FOC-Kritiker Brune kauft die Duisburger Zinkhütten-Siedlung

Investor Walter Brune hat die Siedlung Zinkhüttenplatz in Duisburg gekauft. Ursprünglich sollte auf dem Gelände das Outlet-Center entstehen. Die Anwohner hatten sich immer dagegen gewehrt.
Investor Walter Brune hat die Siedlung Zinkhüttenplatz in Duisburg gekauft. Ursprünglich sollte auf dem Gelände das Outlet-Center entstehen. Die Anwohner hatten sich immer dagegen gewehrt.
Foto: FUNKE Foto Services
Düsseldorfer Immobilien-Unternehmer hat die Wohnungen gekauft, die Outlet-Center weichen sollten. Die Wohnungen will er an die vertriebenen Mieter zurückgeben.

Duisburg.. Riesen-Jubel, große Erleichterung an der Hamborner Wohnsiedlung am Zinkhüttenplatz: Nach dem endgültigen Aus des geplanten „Factory Outlet Centers“ in Hamborn hat in dieser Woche der Düsseldorfer Star-Architekt, Stadtplaner, Immobilien-Unternehmer und bekennende FOC-Kritiker Walter Brune der Immeo Wohnen GmbH für 15 Millionen Euro die 398 Wohnungen der Zinkhütten-Siedlung abgekauft.

Diese Wohnsiedlung wurde bekanntlich für das geplante und mittlerweile gescheiterte FOC entmietet und sollte dann abgerissen und als Kundenparkplatz zur Verfügung stehen. Noch vor wenigen Wochen hatte die städtische Gebag erklärt, ein Kauf und eine Neuvermietung der mittlerweile zu dreiviertel leerstehenden Siedlung sei für sie wirtschaftlich nicht darstellbar.

Ehemalige Zinkhütten-Mieter können in ihre alte Wohnungen zurück

Am Freitag wandte sich der Neu-Eigentümer Walter Brune nun mit einem großzügigen Angebot an die alten wie künftigen Mieter. Vor der Presse erklärte er, alle Ehemaligen könnten ihre alten Wohnungen zu den gleichen Bedingungen von damals zurückbekommen. Wer einen Neuanfang wolle, könne auch eine Wohnung teilweise oder komplett renoviert übernehmen. Dann mit minimalem Mietaufschlag.

„Die Menschen sollen ihre Heimat zurückbekommen,“ bekundete Brune. In die mittlerweile stark verwohnte Wohnsubstanz werde er bis zu drei Millionen Euro investieren müssen. Das Gelände um die Häuser herum werde er in den kommenden zwei Jahren zum attraktiven Park aufwerten und zitierte dabei das Vorbild Hofgarten in Düsseldorf. Auch solle die Siedlung künftig „Zinkhütten-Park“ heißen. Autos aber müssten künftig komplett von der Bildfläche verschwinden; für sie werde nötigenfalls eine Tiefgarage erbaut.

Für Rhein-Ruhr-Halle und das alte Stadtbald hat Brune auch schon Ideen

Und der hochbetagte wie sozial engagierte Immobilien-Eigentümer legte vor der Presse ein Versprechen ab: „Ich möchte diesen Menschen ihre Ängste nehmen, und ich versichere ihnen, dass ihnen mit mir als Eigentümer niemals wieder so etwas widerfahren wird, wie es in der jüngsten Vergangenheit passiert ist.“

Sein ausdrückliches Ziel sei es, dass sich die künftigen Mieter dort wohlfühlten. Er wolle keinen Streit. Und er könne es sich auch leisten, darauf zu verzichten. Alle seien willkommen.

Auch für die brachliegende Rhein-Ruhr-Halle und das denkmalgeschützte Stadtbad Hamborn hatte der Düsseldorfer Unternehmer schon Pläne parat: Er sei mit der Stadtverwaltung dazu in Gesprächen, ob entweder er selber oder gerne auch ein anderer interessierter Investor dort nicht so etwas wie das kleine, feine „Klemensviertel“ von Kaiserswerth errichten könne, das Brune vor Jahren im Düsseldorfer Norden errichtet hatte: Einzelhandel für die Anwohner.

Walter Brune begrüßt Ende der Duisburger Outlet-Pläne

Ab 1. Juli will Brune vor Ort ein Büro eröffnen, wo dann die Miet-Interessenten jeglicher Art auflaufen könnten. Brune begrüßte ausdrücklich das Ende der FOC-Pläne. Dieses hätte die Duisburger Innenstadt durch seinen Magnetismus kaputt gemacht. Jetzt sei es aber an der Zeit, die City zu beleben und dort dann aber auch Quoten-Bringer wie KIK oder Primark anzusiedeln. Davon würden alle profitieren.

Mit Blick auf die städtische Gebag, die ihr Kaufinteresse zurückgezogen hatte, sagte der Mann, der auf der Liste der 500 reichsten Deutschen den Platz 200 belegt: „Geld steht hier für uns nicht im Vordergrund. Wir werden aber garantiert hier in Hamborn kein Geld verlieren!“

Den Mietern fallen Steine vom Herzen

„Für uns ist das ein großartiger Abschluss und das i-Tüpfelchen“, freut sich Helmut Mattern über den neuen Eigentümer Brune. Lange hat der Hamborner in der einstigen Bürgerinitiative für den Erhalt der Zinkhüttenplatz-Siedlung gekämpft. Jetzt spricht er für die neue Mieterinitiative und ist rundum zufrieden: „Hier hat man die Steine poltern hören, die den Leuten vom Herzen gefallen sind“.

An die 20 Mieter haben Brune bei seiner Stippvisite in der Siedlung begrüßt. „Brune hat Wort gehalten“, lobt Mattern und er rechnet damit, dass wieder viele Mieter zurückziehen. Auch Mattern wird in eine renovierte Wohnung wechseln.

 
 

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