Flüchtlingsrat fordert Polizeistreifen für Neumühl

Stefan Endell

Duisburg bekommt eine Landes-Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge. Sie soll im ehemaligen Barbarahospital in Neumühl eingerichtet werden.

Der Duisburger Flüchtlingsrat indes befürchtet, dass dieses geplante Erstaufnahmelager eine rechtsradikale Stimmung in Neumühl schüren werde. Schon jetzt werde in dem Stadtteil heftig Stimmung gegen Asylbewerber gemacht, erklärte gestern Frank Noroschat, Sprecher des Flüchtlingsrates, gegenüber Radio Duisburg. Noroschat hält es für nicht unwahrscheinlich, dass es zu Übergriffen kommt. Deshalb reiche ein herkömmlicher Sicherheitsdienst für die Einrichtung nicht aus. er forderte erhöhten Polizeischutz mit regelmäßigen Streifen. Schon seit einem Jahr ist das leer stehende Barbarahospital als Flüchtlingswohnheim im Gespräch.

Als im September 2013 erste Gerüchte für eine Umwidmung kursierten, sammelten sich empörte Anwohner vor dem Gebäude und skandierten „Kein Asyl!“. Prof. Wolf-Dieter Just, wie Noroschat ein Sprecher des Flüchtlingsrates, berichtet auf Nachfrage der NRZ von persönlich erlebten und vernommenen „massiv rassistischen Äußerungen“, die im vergangenen Herbst, als es zunächst nur um das bloße Gerücht einer Asyleinrichtung ging, rund um das Hospital zu vernehmen waren. Just: „Ich bin mir derzeit noch nicht im Klaren, was schlimmer wäre für die Flüchtlinge – die Zeltstadt, oder wenn Flüchtlinge in Neumühl mit Steinwürfen empfangen werden würden.“

In Neumühl, so erinnerte Just, habe die rechtsextreme Partei ProNRW bei der letzten Kommunalwahl 2014 auf Duisburger Stadtgebiet überproportional stark abgeschnitten.