Flüchtlinge sollen nur kurz im Duisburger Landesasyl bleiben

Oliver Schmeer
Das ehemalige St. Barbara-Hospital in Neumühl soll Landes-Unterkunft für Asylbewerber werden.
Das ehemalige St. Barbara-Hospital in Neumühl soll Landes-Unterkunft für Asylbewerber werden.
Foto: WAZ-Fotopool
Freitag informieren die Behörden Anwohner über die Landeseinrichtung für Asylbewerber im ehemaligen St. Barbara-Hospital in Duisburg-Neumühl. Die Einrichtung ist als Zwischenlösung geplant. Die ankommenden Asylbewerber sollen dort zwei Tage bis eine Woche bleiben und dann verteilt werden.

Duisburg. Schon wohl im November sollen die ersten Asylbewerber in der geplanten Aufnahmeeinrichtung des Landes im ehemaligen Neumühler St. Barbara-Krankenhaus Unterkunft finden. „Die Entscheidung ist gefallen. Wir möchten schnell starten. Die Zugangszahlen sind exorbitant“, so der Sprecher der zuständigen Arnsberger Bezirksregierung zur WAZ.

Am Freitag werden wie berichtet ab 17.30 Uhr Oberbürgermeister Link, Sozialdezernent Spaniel und ein Vertreter der Bezirksregierung auf einer Bürgerversammlung Anwohner, Vereine, Verbände, Gemeinden und Politik über Details des Landes-Asyls informieren. „Das ist die beste Lösung“, so Spaniel. Er geht gelassen in die Inforunde, gestärkt auch dadurch, dass er nicht zuletzt nach der Zeltlager-Diskussion eine „neue Willkommenskultur“ für die Asylbewerber und Kriegsflüchtlinge ausgemacht hat. Zuvor geäußerte Anwohnerbefürchtungen an anderen Standorten hätten sich nicht bestätigt, so Spaniel.

Kaufverträge mit Investor sind aber noch nicht unterschrieben

Er sieht eine dreifache „Win-Win-Win-Situation“ bei der St. Barbara-Lösung: Dem Land, das dringend Unterkünfte brauchte, ist geholfen, der Stadt ebenfalls, weil die bis zu 300 Asylbewerber auf das städtische Zuweisungskontingent angerechnet werden und dies Unterkünfte und Geld spart. Und es hilft dem Investor, der das St. Barbara dem Bistum Essen abkaufen und dort 150 Wohneinheiten entwickeln will. Mit der zwischenzeitlichen Vermietung an das Land hat er nun Zeit, die städtebauliche Quartiersentwicklung zu planen. Bei dem Investor handelt es sich um einen Projektentwickler aus Berlin.

Allerdings: Die Kaufverträge mit der Kosmas + Damian GmbH des Essener Bistums sind noch gar nicht unterzeichnet. „Wir sind in Gesprächen und noch nicht beim Notar“, so dessen Geschäftsführer Gunter Lauven zur Redaktion. Es gehe nur noch um Details, meint der Sprecher der Bezirksregierung Christoph Söbbeler.

Zeltlager in Walsum soll umgehend aufgelöst werden

Als politisches Signal, auch an das Land sowie den Investor hat die Stadt am Mittwoch in einem Dringlichkeitsbeschluss, der Ende September im Rat eine breite Ratsmehrheit finden soll, dem Vorhaben schon im Vorfeld ihre Unterstützung zugesichert. Dazu war Dezernent Spaniel noch am Mittwoch Gast bei der CDU und der SPD. Der CDU-Fraktionschef Enzweiler, der den Dringlichkeitsantrag mitunterzeichnete, forderte aber zugleich, dass das Zeltlager in Walsum jetzt umgehend aufgelöst wird.

Die geplante Landeseinrichtung ist als kurzzeitige Aufnahmestelle für angekommene Flüchtlinge geplant. Die Asylbewerber sollen nach WAZ-Informationen nur wenige Tage bis eine Woche dort bleiben und dann auf die aufnehmenden Kommunen verteilt werden. Die Bürgerveranstaltung findet am Freitag ab 17.30 Uhr im Herz-Jesu-Gemeindezentrum, Holtener Straße 176, statt.