Firmenchef soll Mitarbeiterin jahrelang sexuell belästigt haben

Der Prozess begann am Freitag in Saal 201, dem historischen Schwurgerichtssaal des Duisburger Landgerichts.
Der Prozess begann am Freitag in Saal 201, dem historischen Schwurgerichtssaal des Duisburger Landgerichts.
Foto: Udo Milbret
Von 2004 bis 2009 soll sich ein Firmeninhaber (76) aus dem Duisburger Süden an einer Angestellten vergangen haben. Seit Freitag steht er vor dem Landgericht.

Duisburg. Einen schweren Vorwurf erhebt eine ehemalige Mitarbeiterin gegen einen Firmenchef aus dem Duisburger Süden: In den Jahren 2004 bis 2009 soll sich der heute 76 Jahre alte Mann mehrfach an der Frau vergangen haben. Wegen vierfacher sexueller Nötigung, davon zwei schwere Fälle, steht er jetzt vor dem Landgericht.

Die Frau war seit 1992 in dem Unternehmen beschäftigt gewesen. 2003 hatte sie ihre Teilzeittätigkeit ausgeweitet. In diesem Zusammenhang soll der Angeklagte ihr ein eigenes kleines Büro zugewiesen haben.

Kurz danach, am 26. August, soll es zu dem ersten Übergriff gekommen sein: Der Angeklagte soll die Mitarbeiterin in den Keller gebeten haben. Dort soll er ihr an die Brust gefasst und sich selbst befriedigt haben.

Taten auf der Toilette

Die zweite Tat soll sich im Herbst 2004 in einem Toilettenraum des Unternehmens ereignet haben. Der Firmenchef soll versucht haben, die Frau zum Oralverkehr zu zwingen. Im Winter 2004/05 soll er sie wiederum in einen Toilettenraum gezogen, sich bis auf Socken und Armbanduhr ausgezogen und der Frau nach einem Gerangel in die Hose gefasst haben.

Der letzte Fall soll am 18. August 2009 im Büro der Zeugin passiert sein. Diesmal soll der Angeklagte sogar einen Geschlechtsverkehr versucht haben, was ihm aber - auch aufgrund der Gegenwehr der Zeugin - nicht recht gelungen sein soll.

Über die Anklageverlesung kam der Prozess am Freitag allerdings nicht hinaus. Die Juristen zogen sich zu einem Rechtsgespräch zurück, mit dem ein Strafrahmen für den Fall eines Geständnisses ausgelotet werden soll. Das lässt zumindest vermuten, dass die Anklage nicht völlig aus der Luft gegriffen sein könnte. Der Prozess wird am Montag fortgesetzt.

 
 

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