Firmen wird’s zu eng in Duisburg

Das Großenbaumer Gewerbegebiet an der Keniastraße in Duisburg.
Das Großenbaumer Gewerbegebiet an der Keniastraße in Duisburg.
Foto: Hans Blossey
Vor allem im südlichen Stadtgebiet von Duisburg fehlen Gewerbeflächen für Erweiterungen. Zwei namhafte Unternehmen verlassen oder verließen bereits das Gewerbegebiet an der Keniastraße.

Duisburg.. Mit Indunorm verlässt nach Makita das zweite Unternehmen innerhalb kurzer Zeit das Gewerbegebiet an der Keniastraße in Großenbaum. Beiden fehlte der Platz zum Erweitern.

Makita, in Japan ein Inbegriff für Elektro-Werkzeug, hatte den Anfang gemacht und mit rund 140 Mitarbeitern quasi die Seite der B 288 gewechselt. Unweit des Breitscheider Kreuz ist der Firmenschriftzug weithin sichtbar auf einer riesigen, neu erbauten Halle. Die wiederum steht auf Ratinger Gebiet.

Produkte rund um die Hydraulik

Indunorm, Spezialist für Produkte rund um die Hydraulik, zieht’s nach Westen. Die Firma hat ihr Lager bereits Ende 2012 nach Neukirchen-Vluyn verlagert, bis Ende 2014 soll der Umzug mit allen 90 Mitarbeitern komplett sein.

Dem seit 1999 zum Würth-Konzern gehörenden Unternehmen fehlte im Gewerbegebiet Großenbaum der Platz für längst notwendige Erweiterungen, erklärt Prokurist Matthias Dittmann den Umzug auf die andere Rheinseite. Man habe Läger bei Spediteuren unterhalten müssen, weil’s an der Keniastraße zu eng wurde. Die in Duisburg vergleichsweise hohe Gewerbesteuer habe bei der Standortentscheidung keiner Rolle gespielt.

Logport-Gelände in Rheinhausen

Zumal man zunächst innerhalb der Stadtgrenzen umziehen wollte und sich 2009 auf dem Logport-Gelände in Rheinhausen schon ein passendes Grundstück gekauft hatte. Dann kam die weltweite Wirtschaftskrise, dann wurde neu geplant und schließlich ein Grundstück samt fertiger Halle in Neukirchen-Vluyn gefunden: „Das passte genau auf uns“, sagt Dittmann. Statt 2000 Quadratmetern Fläche habe man nun 6000.

„Wir haben in der Größenordnung keine Grundstücke im Süden“, schildert Wirtschaftsförderer Ralf Meurer sein Dilemma. Man habe Gespräche mit Makita geführt, aber nur Flächen im Westen und Norden der Stadt anbieten können: „Die wären gerne geblieben.“ Indunorm Bewegungstechnik, 1999 nicht von Würth übernommen, habe Platz auf dem früheren Kasernengelände in Wanheim gefunden.

Standorte von Makita und Indunorm

„Wir haben Gewerbeflächenbedarf“, mahnt Meurer an, gerade im Süden der Stadt. Eine Zukunftsoption sei ein Teil des ehemaligen Bahn-Ausbesserungswerks in Wedau, ansonsten setzt er auf die Flächennutzungsplanung unter dem Titel „Duisburg 2027“. Und für die Standorte von Makita und Indunorm gebe es bereits Interessenten.

Beide Unternehmen, die nun Duisburg verlassen oder schon verlassen haben, wurden vor etlichen Jahren neu angesiedelt. Indunorm war bis Anfang der 90er Jahre in Düsseldorf ansässig. Makita kam zur gleichen Zeit aus Ratingen, wo 1977 der erste Deutschland-Standort der Japaner aufgebaut wurde. Dieser Wegzug ist also eine Art Rückkehr.

 
 

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