Duisburg

Nach Absage des Feuerwerks beim Hafenfest: Veranstalter erhebt schwere Vorwürfe gegen die Stadt

Das große Feuerwerk beim Ruhrorter Hafenfest ist in diesem Jahr ausgefallen - das sorgt für Ärger.
Das große Feuerwerk beim Ruhrorter Hafenfest ist in diesem Jahr ausgefallen - das sorgt für Ärger.
  • Feuerwerk beim Ruhrorter Hafenfest wurde abgesagt
  • Veranstaltender Verein mit Vorwürfen gegen Stadt Duisburg
  • Droht dem beliebten Fest in Zukunft sogar das Aus?

Duisburg. Nach der Absage des Feuerwerks beim Ruhrorter Hafenfest hat der Veranstalter jetzt schwere Vorwürfe in Richtung der Stadt Duisburg geäußert.

Hintergrund: das Feuerwerk beim Ruhrorter Hafenfest, eines der spektakulärsten Pyrospektakel im Revier, wurde wegen der akuten Brandgefahr kurzfristig am Freitag abgesagt.

Wegen Feuerwerk-Absage beim Ruhrorter Hafenfest: Veranstalter mit Vorwürfen Richtung Stadt

In einer Stellungnahme des „Ruhrorter Hafenfest e.V.“ greift dieser jetzt die Stadt Duisburg an: „Die Frage sei erlaubt, ob das Feuerwerk nicht doch hätte durchgeführt werden können, wenn das Ruhrorter Hafenfest eine Veranstaltung der Stadt Duisburg wäre“.

Weiter heißt es gleich zu Beginn der Stellungnahme, die DER WESTEN vorliegt: „Fast könnte man sich ja fragen, ob einer lästigen, aber sehr beliebten Veranstaltung der Garaus gemacht werden soll. Aber soweit wollen wir natürlich nicht gehen!“

Durch die Absage von „Ruhrort in Flammen“ sei eine Millionen Euro „verbrannt“ worden, heißt es in dem Statement.

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Laut Veranstalter habe der verantwortliche Feuerwerker Sascha Tietze trotz Waldbrandgefahrstufe 5 für das Duisburger Feuerwerk keine Gefahr gesehen, weil das Feuerwerk von einer Brücke, unter der Wasser fließt, abgeschossen würde. Außerdem habe er mehrere Möglichkeiten auf das Feuerwerk Einfluss zu nehmen.

Ein Feuerlöschboot und Löschfahrzeuge der Feuerwehr seien ohnehin vor Ort. Dies betonte er auch bei der Abnahme des Festes durch die verschiedenen Sicherheitsgremien am Freitagvormittag.

OB Link entschied über Absage

Anschließend tagten Ordnungsamt, Polizei und Feuerwehr, bis dann Oberbürgermeister Sören Link entschied, dass das Feuerwerk abgesagt werden müsse.

Die Begründung: Die Brandgefahr gehe von den Zuschauern auf den Wiesen am Rhein aus, besonders von den Rauchern. Dort könne eine weggeworfene Kippe im kniehohen, ausgetrockneten Gras einen Flächenbrand auslösen, der für die vielen Zuschauer auf den Wiesen lebensgefährlich werden könnte. Diese Verantwortung könne er als Oberbürgermeister nicht tragen. „Das leuchtet ein“, zeigt der Veranstalter Verständnis.

Verein zeigt Unverständnis über Art und Weise der Absage

Was dem veranstaltenden Verein nicht einleuchtet, ist die Art und Weise der Absage. „Warum stellt man das erst am Freitagmittag fest? Die Wetterlage war mindestens schon eine Woche bekannt. Hätte man die Brandgefahr nicht schon Tage davor beseitigen können? Zum Beispiel, indem man die Wiesen rechtzeitig mäht und mit dem Feuerlöschboot so lange unter Wasser setzt, bis die Brandgefahr gebannt ist?“

Wenn das nicht machbar gewesen wäre, hätte sich der Veranstalter zumindest eine frühzeitige Absage gewünscht.

So hätten beispielsweise die Kosten für den Feuerwerker eingespart werden. Oder die Kosten für die Fahrgastschiffe, die vom Siebengebirge, Köln, Düsseldorf, Wesel, Emmerich, Mülheim, Rees kamen. Oder die Kosten der Hotelgäste, die ein Wochenende „Ruhrorter Hafenfest mit Feuerwerk“ gebucht hatten.

Verein: „Enttäuscht“ und „erschüttert“

„Ist sowas in Duisburg nicht wichtig?“, fragt der veranstaltende Verein und fühlt sich von der Stadt im Stich gelassen: „Als Ehrenamtler des Ruhrorter Hafenfest e. V. sind wir zutiefst enttäuscht und erschüttert, dass dieses Fest, das alleine von den Sponsoren und Ehrenamtlern getragen wird, bei der Stadt Duisburg anscheinend nicht besonders hoch geschätzt wird, und dass weitreichende Entscheidungen ohne uns getroffen werden.“

Ruhrorter Hafenfest vor dem Aus

Der Imageschaden sei für alle Beteiligten immens hoch. Mehr noch. Der veranstaltende Verein fürchtet sogar, dass die Zukunft des beliebtesten Festes in Duisburg jetzt auf der Kippe steht.

Die Stadt hat auf DER WESTEN-Anfrage bisher keine Stellung zu den Vorwürfen der Hafenfest-Veranstalters bezogen.

 
 

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