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Rücktritt

Ex-Sprecher der Piraten nennt Partei „Sammelbecken für Versager“

04.06.2012 | 08:40 Uhr
Ex-Sprecher der Piraten nennt Partei „Sammelbecken für Versager“
Ein Bild aus besseren Tagen. Im Februar wählten die Duisburger Piraten auf ihrem Parteitag im Café Museum ihre Funktionäre. Ex-Sprecher Andreas Winkler geht mit den Mitgliedern und Hans-Peter Weyer (2. v. r.) hart ins Gericht. Foto: Lars Fröhlich

Duisburg.   Der Sprecher der Duisburger Piraten schmeißt sein Amt hin. Seine Partei soll das aus den Medien erfahren. Andreas Winkler nennt die Duisburger Piraten ein „Sammelbecken für Versager“ und „Selbsthilfegruppe für Arbeitslose“. Parteisprecher Weyer sei der „Diktator der Partei“.

Kaum ist der Jubel der Piratenpartei über den Einzug in den Landtag verklungen, da bricht in der Duisburger Ortsgruppe wieder der interne Zwist los: Parteisprecher Andreas Winkler legt ab sofort sein Amt nieder. Neben Frank Leiendecker ist er damit bereits der zweite Funktionär, der innerhalb weniger Wochen wegen interner Konflikte zurücktritt.

„Die Leute sollen erfahren, was bei den Piraten los ist“, sagt der 41-Jährige, der im Januar in sein Amt gewählt wurde. „Ein stiller Rücktritt wäre genau die Hinterzimmerpolitik, die wir alle ablehnen.“ Seine Partei habe er bislang nicht über seinen Rücktritt informiert, sie solle es aus der Zeitung erfahren. „Ich will die Piraten damit aufrütteln, sie müssen sich zusammenreißen und es muss sich etwas ändern.“

Es gebe viele Gründe, warum er zurücktritt, sagt Winkler der NRZ. Wichtigster Grund sei der Umgang untereinander. „Es gibt zu viel Geklüngel und Intrigen bei uns. Nicht die kompetentesten Mitglieder mit der meisten Erfahrung werden gewählt, sondern diejenigen, die man gut leiden kann.“ Das passe eher zu den etablierten Parteien, von denen man sich unterscheiden wolle. Außerdem seien die Duisburger Piraten aus Reflex immer gegen jegliche Bauvorhaben, auch wenn sie die Stadt voranbringen würden wie das Factory Outlet Center. „Nach dem Willen der Piraten würden wir noch immer auf Palmen sitzen und Kokosnüsse schmeißen, weil keiner ein Haus bauen will.“

„Die Duisburger Piraten sind fast alles Greise“

Andreas Winkler war Parteisprecher der Duisburger Piraten. Er geht mit den Parteimitgliedern und Sprecher Hans-Peter Weyer hart ins Gericht.

Stunk gibt es aber auch zwischenmenschlich. „Die Duisburger Piraten sind fast alles Greise“, Klüngelei und Chaos schreckten Nachwuchs ab. „Wie will man frischen Wind in ein verstaubtes System bekommen, wenn man nur verstaubte Leute hat?“ In vielen Fällen seien die Duisburger Piraten außerdem ein „Sammelbecken für Versager“ und eine „Selbsthilfegruppe für Arbeitslose“, die durch eine Parteifunktion ihr Selbstbewusstsein ziehen würden und glaubten, jetzt politische Karriere machen zu können.

Winkler nennt auch Namen, allen voran den von Parteisprecher Hans-Peter Weyer. Er lasse neben seiner Meinung keine andere gelten und spiele sich inzwischen als „Diktator der Partei“ auf. „Wer sich engagieren will, soll sich gerne engagieren. Er macht viel und die Partei hat ihm viel zu verdanken, aber er hat nichts in einem Vorstand zu suchen“, sagt Winkler.

Parteitag am 23. Juni zur Gründung eines Kreisverbandes

Sind die Piraten damit für ihn Geschichte? „Nein, ich werde Pirat bleiben, habe aber gemerkt, dass ich für meine Positionen noch stärker kämpfen muss als vorher.“ Wenn man ihn brauche, sei er bereit, weiterhin Verantwortung zu übernehmen, sagt Winkler, der beruflich Whisky-Sommelier ist.

Auf ihrem Parteitag am 23. Juni entscheiden die Duisburger Piraten über die Gründung eines Kreisverbandes. Sämtliche Funktionäre würden dann ihr Amt verlieren und durch einen dann zu wählenden Vorstand ersetzt. Es scheint, als hätte die parteiinterne Wahlkampf um diese Posten bereits begonnen.

Oliver Kühn


Kommentare
16.06.2012
19:24
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16.06.2012
15:16
Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein auf sie. Johannes 8,1-11; Römer 3,23.2
von JuergenRohn | #33

Mit der Wahl von Andreas Winkler zum Parteisprecher hatten die Duisburger Piraten wohlmöglich eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass die Piraten ein Sammelbecken für Versager sein könnten. Der politische Meinungskampf ist an dieser Stelle zulässig, die Personen zu bekämpfen hat allerdings ein Geschmäckle. Da tischt u.a. ein Blog angebliche Fakten um die Person Winklers auf, die diesen massiv abwerten. Mit dessen Kritik setzt man sich hingegen wenig auseinander sondern mit der Vita unter möglichen Persönlichkeitsrechtsverletzungen. So ist gemäß § 51 BZRG es nicht statthaft, selbst verurteilten Straftätern eine Verurteilung vorzuhalten, wenn sie dem Verwertungsverbot unterliegt. Nun kann dieser Schuss immer gerne nach hinten losgehen. Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein auf sie. Johannes 8,1-11; Römer 3,23.2

15.06.2012
12:29
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11.06.2012
11:02
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Name von Moderation entfernt | #31

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10.06.2012
13:41
Ex-Sprecher der Piraten nennt Partei „Sammelbecken für Versager“
von exkoelner | #30

also mal nüchtern betrachtet:

1. die piratenpartei hat innerhalb eines jahres 4 landtage erobert durch die arbeit von 100% ehrenamtlichen
2. nach diesen wahlerfolgen haben sich tausende von menschen der piratenpartei zugewandt, zu großen teilen weil die piratenpartei hoffnungen auf einen anderen politikstil geweckt haben - zu recht wie ich finde! wir sind anders.
3. zu kleinen teilen aber auch karrieristen, normal, denn die etablierten parteien bestehen zu 80% daraus, warum sollten nicht auch ein paar ihr glück bei den piraten suchen?
4. diese karrieristen möchten jetzt ihre kohle! die partei (zum glück!) hat aber keins,. was tun die? weiter ehrenamtlich engagiert mitarbeiten, bis sich in einigen jahren die situation etwas verbessert hat, für alle - oder weil man über einen presse-email-verteiler verfügt alberne offene briefe rum schicken - in der bewußten inkaufnahme den anderen weiterhin ehrenamtlich tätigen für die idee zu schaden ... solche profis braucht man - ganz dringend!

09.06.2012
12:32
Ex-Sprecher der Piraten nennt Partei „Sammelbecken für Versager“
von steffen1212 | #29

ich empfinde es so, dass herr winkler eher eine starke führungspersönlichkeit und vorreiter für alle piraten sein sollte. schließlich hat er mit seinem rücktritt wachgerüttelt, gewarnt und gemahnt nicht, die gleichen fehler wie die etablierten parteien zu machen.

für so einen spektakulären rücktritt braucht man rückgrat und courage, was in der piratenpartei ganz sicher mangelware ist. wenn es mehr nonkonforme winkler gibt, gibt es auch mehr wähler, die die piraten wählen würden.

sonst werden sie früher oder später in der versenkug verschwinden.

06.06.2012
11:44
Ex-Sprecher der Piraten nennt Partei „Sammelbecken für Versager“
von Barakuda | #28

Den Piraten fehlt einfach alles,es ist nur ein Intressenverband von Google,Twitter
und Co.Jetzt geht das gerangle um die lukrativen Posten los,in Dortmund wollen
die sich für die kommende Wahlwiederholung einklagen! Oder die Gesetze nach
träglich zu ihren Gunsten ändern,was ist denn das für ein Demokratieverständnis??
Wie in Schweden (wo die Piraten ganz schnell 90% verloren haben) werden sie auch hier in Deutschland ganz schnell auf den Boden der Tatsachen zurück kommen.

05.06.2012
00:18
Ex-Sprecher der Piraten nennt Partei „Sammelbecken für Versager“
von hutterp | #27

Die Leute wählen die Piraten aus demselben Grunde, aus dem sie früher SPD, CDU, FDP oder ich weiß nicht was gewählt haben. Sie wissen nicht, wofür die jeweilige Partei steht und was Politik eigentlich bewirken soll. Sie wählen aus dem Bauch heraus, ohne Sinn und Verstand.

04.06.2012
22:42
Ex-Sprecher der Piraten nennt Partei „Sammelbecken für Versager“
von dummmberger | #26

Irgendwie finde ich diese Diskussion merkwürdig.
Dass die Piraten so erfolgrecih sind, liegt doch in erster Linie daran, dass viele von dem eingefahrenen Polit-Zirkus der Berufspolitiker die Schnauze voll haben.

Die Piraten schienen da eine interesante Alternative, eine Partei, in der auch oder gerade Polit-Amateure mitarbeiten, eine Partei, die ideologisch nicht festgelegt ist, wo sich das Programm durch die Mitglieder entwickelt und nicht von oben erarbeitet und von der Basis angenickt wird.

Jetzt wird aber gerade die mangelnde Professionalität, die ungenaue Programmatik kritisiert. Oder die Tatsache, dass Arbeitslose mitmischen!

Ich finde die etwas chaotischen Verhältnisse in dieser Partei in der jetzigen Phase für völlig normal.

04.06.2012
22:11
Duisburg ist nicht der Anfang
von graphos | #25

Das ist ein Flächenbrand:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/christopher-lang-ex-pressesprecher-der-piraten-kritisiert-bundesvorstand-a-836836.html

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