Duisburg

Steuerzahlerbund prangert Duisburg und Essen an: Abertausende Euro für Pannen-Promenade „The Curve“ - aber richtig bitter wurde es an der Zeche Zollverein

An der Curve-Baustelle herrscht Stillstand.
An der Curve-Baustelle herrscht Stillstand.
Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Duisburg. Der Steuerzahlerbund hat sein jährliches schwarzes Buch veröffentlicht. Darin listet der Bund immer auf, womit nach seiner Sicht Steuergelder verschwendet wurden. Dieses Jahr sind auch viele Beispiele aus dem Revier mit dabei. Eines davon steht in Duisburg.

Besonders häufig liefen die Kosten bei schlecht geplanten Bauprojekten aus dem Ruder, berichtete der Verband am Dienstag in Düsseldorf. Regelmäßig würden die Kommunen in finanzielle Abenteuer gestürzt, weil den Stadträten schöngerechnete Vorlagen vorgelegt würden. Zu einer soliden Abstimmungs-Grundlage gehöre Kosten-Ehrlichkeit, forderte der Steuerzahlerbund.

In Duisburg steht eines dieser Projekte mit dem stilvollen Namen „The Curve“. Die Kurve heißt die Pannen-Promenade im Duisburger Innenhafen. Das dazu geplante Gebäude von Star-Architekt Sir Norman Foster wurde nie gebaut, die Promenade gammele - von Anfang an gesperrt - seit zehn Jahren vor sich hin, musste bereits für 550.000 Euro saniert werden.

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Die Kosten, um das angrenzende Grundstück doch noch zu bebauen, seien bereits von 1,85 auf 5,35 Millionen Euro gestiegen. Dort sei 2007 Abfallmaterial aus dem Kohlebergbau verfüllt worden - als Baugrund ungeeignet.

Und noch weitere Projekte, bei denen Steuergelder in NRW verschwendet wurden, listet der Steuerzahlerbund auf.

Unter anderem mit dabei ist Düsseldorfs neue U-Bahnstrecke. Diese ist in der Endabrechnung noch teurer geworden, obwohl sie bereits vor zwei Jahren fertiggestellt wurde: Die Baukosten seien seither von 843,6 auf 929 Millionen Euro gewachsen.

Ursprünglich geplant: 650 Millionen Euro. „Böse Überraschung“, meint der Steuerzahlerbund.

Außerdem ist auch Essen auf der schwarzen Liste mit der Zeche Zollverein. Das Haus für eine Design-Akademie auf dem Gelände der Zeche Zollverein musste bereits nach zwölf Jahren für 5,5 Millionen Euro saniert werden. Das von japanischen Architekten entworfene Gebäude habe sich als anfällig entpuppt - die Design-Akademie schloss bereits 2007 mangels Nachfrage. (dpa/fb)

 
 

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