Es darf auch einmal „unperfekt“ sein

Vorbild "Unperfekthaus2 in Essen. Eine Duisburger Firma zeiget auf der Expo Real, wue sucg Quartiere und leer stehende Gebäude beleben lassen. Foto: Arnold Rennemeyer WAZ FotoPool
Vorbild "Unperfekthaus2 in Essen. Eine Duisburger Firma zeiget auf der Expo Real, wue sucg Quartiere und leer stehende Gebäude beleben lassen. Foto: Arnold Rennemeyer WAZ FotoPool
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Duisburg.. Unabhängig von den Plänen rund um das „Mercator-Quartier stellte eine Duisburger Firma auf der Messe in München vor, wie sich Quartiere und solche leer stehenden Gebäude (wie zum Beispiel der Grundschule Obermauerstraße) beleben lassen. Vorbild ist das „Unperfekthaus“ in der Stadt Essen.

Ein „gemischtes Völkchen“ nennt Kai-Uwe Lompa seine rund 10 Mieter mit 100 Mitarbeitern, die in seiner zu Lofts umgebauten und 2000 Quadratmeter großen Schreinerei in Bochum arbeiten. Co-Working Spaces heißt das Konzept, bei dem Freiberufler und Kreative quasi „Tisch an Tisch“ arbeiten und davon gegenseitig profitieren. Dazu gehören Künstler, Grafiker, Existenzgründer Architekten oder sogar Anwälte.

Der Trend kommt aus den USA und entwickelt sich in Berlin derzeit zu einem regelrechten Hype, sagt Lompa. Ein regionales und inzwischen bundesweit beachtetes Beispiel ist das Unperfekthaus in Essen.

Die Arbeitsplätze in einfachen Räumen, aber mit moderner Infrastruktur wie Glasfasernetzen werden kostengünstig angeboten und sind tage-,, wochen- oder monatsweise zu mieten. Lompa ist neben seinem Privatprojekt in Bochum Geschäftsführer des Duisburger aib-Architekturbüros und überzeugt, dass der Trend auch in Duisburg seinen Platz haben kann.

Konzept soll brach liegenden Stadtflächen neues Leben einhauchen

„Diese Art des Art des Arbeitens wird sich auch hier im Büromarkt wiederfinden“, sagt Lompa. Das Konzept könne helfen, brachliegenden Stadtflächen neues Leben einzuhauchen. Vorstellbar hält Lompa die Umsetzung in Neudorf, Ruhrort, am Hafen oder auch in der Altstadt in den Quartieren um die Münzstraße.

Das Thema hat das Architekturbüro gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung bereits in Duisburg ins Rollen gebracht. Erste Veranstaltungen, bei denen Unperfekthaus-Betreiber Reinhard Wiesemann zu den Referenten aus der Praxis gehörte, sollen Eigentümer, potenzielle Betreiber und Nutzer von Co-Working in Duisburg zusammen bringen. Ralf Meurer, Chef der Wirtschaftsförderung, sieht in der Stadt Potenziale: „Zukünftig geht es vor allem darum, kreative Talente hier zu halten. Derzeit verlassen viele Hochqualifizierte die Stadt nach dem Studium wieder“.

In Duisburg gebe es rund 700 Unternehmen aus der Kultur- und Kreativwirtschaft mit über 4000 Beschäftigten. Vorwiegend seien das arbeitsintensivere, eher kapitalschwache Klein- und Kleinstunternehmen. Hinzu kommen weitere 6000 Freiberufler und Beschäftigte aus wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen. Fehlt eigentlich nur noch ein Investor und Betreiber wie Wiesemann oder Lompa für Duisburg.

 
 

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