Erste Welpen für Duisburger Zoogeschäft eingetroffen - Kritiker planen neue Demo

Thomas Richter
Eine Handvoll Hund mit dunklen Augen. Freitag kamen die ersten Hundewelpen im Zoo Zajac an. Zuerst nahmen die Tierärztinnen einen Wurf Dackel in Empfang. Foto: Stephan Eickershoff
Eine Handvoll Hund mit dunklen Augen. Freitag kamen die ersten Hundewelpen im Zoo Zajac an. Zuerst nahmen die Tierärztinnen einen Wurf Dackel in Empfang. Foto: Stephan Eickershoff
Foto: WAZ FotoPool
Seit einem Jahr laufen Tierschützer gegen den Hunde-Verkauf bei Zoo Zajac Sturm. Freitag kamen die ersten Welpen im Duisburger Zoogeschäft an. Für Unternehmer Norbert Zajac ein großer Moment, seine Kritiker werden aber nicht verstummen. Die nächste Demonstration ist für den 23. Januar geplant.

Duisburg. Und da sind sie nun: Klein, quirlig, aber wegen des enormen Andrangs von Medienvertretern auch ein wenig eingeschüchtert – so kauern die zwölf Dackelwelpen auf dem Boden der Transportboxen. Eine Handvoll Hund mit dunklen Augen. Die Pflegerin trägt sie aus dem Kleintransporter heraus, der direkt vor dem Haupteingang von Zoo Zajac geparkt hat. Auch drei Tierärztinnen stehen zum Empfang bereit. Sie halten die Boxen in Richtung der Objektive, damit Fotografen und Kameraleute erste Bilder von den flauschigen Neuankömmlingen machen können. Die Ära des Hundeverkaufs in dem Neumühler Zoofachgeschäft, sie wird bald beginnen. Trotz des Protestes seitens einiger engagierter Tierschützer, der seit Monaten anhält.

Dieser zwölf Welpen umfassende Premieren-Wurf stammt von einem Züchter aus Bad Münstereifel, der sich seit fast 60 Jahren nur den Dackeln widmet. Am Nachmittag folgten elf weitere Jungtiere: Dies waren so genannte „Labradoodle", ein Mischling aus Labrador und Pudel. Alle 23 Hunde stehen aber erst nächsten Freitag, 20. Januar, ab 10.30 Uhr zum Verkauf. Zuvor wartet der einwöchige Zwangsaufenthalt in der Quarantäneanlage auf sie. So wollen es die strengen Vorschriften.

„Seit sechs Jahren beschäftige ich mich nun mit diesem Thema. Nun ist es vollbracht. Es ist einer der größten Momente meines Lebens“, gewährte Geschäftsführer Norbert Zajac einen Einblick in sein Innenleben. Ein wenig Stolz in seiner Stimme ist zu vernehmen, als er hinzufügt: „Wieder habe ich etwas geschafft, das mir niemand zugetraut und vor mir auch keiner geschafft hat: eine Genehmigung für den Hundeverkauf zu erhalten.“

Diese Entscheidung hatten das Ordnungs- und das Veterinäramt der Stadt Duisburg gefällt. Ein fünfköpfiges Team erschien Freitag um 9 Uhr zur Endabnahme des Areals. Es habe laut Zajac keinerlei Kritikpunkte gegeben. Neben den vier separaten Quarantäneanlagen nahmen die Prüfer jene neun Boxen in Augenschein, in den die Welpen künftig den Kunden präsentiert werden. Jedes Gehege misst samt Außenbereich 35 Quadratmeter. Darin liegen Spielzeuge, Kuschelkissen und Ruhekörbe für die Welpen. Alles das ist durch eine gläserne Front für die Käufer zu sehen. Und die Nachfrage ist da: „Wir hatten in 2010 rund 1500 Kundenanfragen, im Vorjahr waren es sogar 6000“, sagt der 57-jährige Zajac, der in Gelsenkirchen geboren wurde, aber längst ein Wahl-Neumühler ist.

50 Prozent der Hunde werden wohl gleich am ersten Tag verkauft

Für den Hundeverkauf hat der Händler eine ans Geschäft angrenzende Halle bezogen und diese umbauen lassen. Darin stecken: ein Jahr Arbeit und eine Investitionssumme von 800-000 Euro. „Die Welpen erwarten hier beste Bedingungen. Wir haben ein Team aus Tierpflegern, -trainern und -ärzten“, sagt Zajac, der seit 36 Jahren seinen Beruf ausübt. Ganz am Anfang seines Unternehmertums habe er schon einmal Hunde verkauft, aber aus Platzgründen in seinen damaligen, deutlich kleineren Geschäftsräumen bald wieder damit aufgehört.

Und was erwartet er ab der kommenden Woche für einen Andrang? „Ich nehme unsere Katzen zum Vergleich: 50 Prozent der Jungtiere verkaufen wir gleich am ersten Tag, den Rest spätestens im Verlauf der Woche.“ Und da die Nachfrage nach Welpen größer sei, könnten diese Zahlen übertroffen werden. Die Preispalette reicht von 500 Euro (für einen Mischling, der mindestens zehn Wochen alt sein muss) bis zu 1200 Euro (Rassehund). „Und die Hunde sind dann bereits beim Züchter gechipt, geimpft und entwurmt worden“, so Zajac.

Zajac lädt die Kritiker in sein Geschäft ein

Nach Bekanntwerden der Verkaufspläne war ein Sturm des Protestes losgebrochen. Allein sechs Demonstrationen von Tierschützern und anderen Verkaufsgegnern haben bereits stattgefunden. Die nächste soll am Montag, 23. Januar, vor dem Geschäft folgen. Zajac signalisierte erneut seine Dialogbereitschaft. „Jeder Kritiker ist dazu eingeladen, sich die Bedingungen hier vor Ort persönlich anzuschauen.“ Der harte Kern, so Zajac, zeige aber keinerlei Einsicht. „Egal, wie ich argumentiere: Die bleiben bei ihrer Haltung und ihren Grundsätzen.“

Seine größte Sorge ist, dass einige militante Gegner ihre radikalen Ankündigungen wahr machen. „Ich habe Drohbriefe bekommen, dass mir und den Tieren etwas angetan werden soll“, sagt der Händler nachdenklich. „Das geht zu weit und ist durch nichts zu rechtfertigen.“