Duisburg

„Genießen Sie den Wohlstand, den unsere Eltern hart erarbeitet haben!“ Duisburger Schriftstellerin Hatice Akyün teilt auf Facebook gegen Ex-Bundespräsident Gauck aus

Hatice Akyün
Hatice Akyün
  • Hatice Akyün kritisiert Gauck-Aussagen
  • „Nicht perfekt auf Deutsch, aber in der Sprache des Herzens und der Menschlichkeit!“

Duisburg. Die Duisburger Journalistin und Schriftstellerin Hatice Akyün hat auf Facebook deutliche Kritik an Ex-Bundespräsident Joachim Gauck geäußert.

Anlass der Kritik ist eine Aussage Gaucks, wonach es nicht akzeptabel sei, dass Menschen, die seit Generationen hier leben, sich nicht auf Deutsch unterhalten können. „Ich finde es nicht hinnehmbar, wenn Menschen, die seit Jahrzehnten in Deutschland leben, sich nicht auf Deutsch unterhalten können,“ hatte Joachim Gauck in einem „Bild“-Interview gesagt.

Duisburger Schriftstellerin Akyün kritisiert Ex-Bundespräsident Gauck

Die Schriftstellerin entgegnet dazu: „Es tut meinem Vater leid, Herr Gauck, dass er in der Türkei als Landwirt nur den Himmel über sich hatte und in Duisburg nach zwei Wochen Einarbeitungszeit unter Tage fahren musste, um Knochenarbeit als Bergmann zu leisten.

Es tut meinem Onkel leid, dass er bei Thyssen am Hochofen schuften musste, eine mickrige Rente bekommt und sterbenskrank ist.

Es tut meiner Tante leid, die in Doppelschichten die Krankenhausflure putzen musste und alle leider keine Zeit mehr hatten, sich an einem der nicht vorhandenen Deutschkurse anzumelden, um sich heute mit Ihnen über Ihre Überheblichkeit und Scheinheiligkeit zu unterhalten.“

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„Genießen Sie den Wohlstand, den unsere Eltern hart erarbeitet haben!“

Weiter schreibt die in der Türkei geborene und in Duisburg-Marxloh aufgewachsene Journalistin: „Was? Wohlstand? Stimmt ja, die hat die erste Generation der Gastarbeiter in der BRD erwirtschaftet, als Sie sich in der DDR gegen das System nur so weit aus dem Fenster lehnten, dass Ihnen auch ja nichts passieren konnte.“

Einmal in Fahrt legt die 48-Jährige nach: „Aber man muss auch gönnen können. Genießen Sie den Wohlstand, den unsere Eltern auch für Sie aus dem Osten hart erarbeitet haben.

Duisburgerin bietet Treffen an

Die Duisburgerin bietet dem Bundespräsident außer Dienst an, doch mal bei ihrem Vater vorbeizuschauen: „Sagen Sie ruhig Bescheid, wenn Sie mal zwischen all Ihren bezahlten Vorträgen als Bundespräsident a.D. Zeit haben, dann stelle ich Ihnen meinen Vater vor.“

Er werde sich perfekt mit ihm unterhalten können, „vielleicht nicht perfekt auf Deutsch. Aber perfekt in der Sprache des Herzens und der Menschlichkeit.“

 
 

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