Duisburg

Eklat im Loveparade-Prozess: Warum das Gericht die Dolmetscherin entlassen hat

Der Loveparade-Prozess musste am Dienstag unterbrochen werden.
Der Loveparade-Prozess musste am Dienstag unterbrochen werden.
Foto: dpa

Duisburg. Im Prozess um die Duisburger Loveparade-Katastrophe hat als erster ausländischer Zeuge ein Niederländer ausgesagt. Der 29-Jährige aus Zwolle berichtete am Dienstag, wie sein Freund Jan-Willem neben ihm im Gedränge starb.

Er selbst habe verletzt und traumatisiert überlebt, trage bis heute schwer an den psychischen Folgen, sei arbeitslos, krank und immer wieder suizidgefährdet gewesen."Bis zum heutigen Tage habe ich jeden Tag damit zu tun", sagte der Mann in Düsseldorf, wo der Prozess in Düsseldorf aus Platzgründen stattfindet.

Zeuge: Polizeibeamte verweigerten bei der Loveparade Hilfe

Auf die Polizei war der Niederländer nicht gut zu sprechen: Die Beamten hätten den im tödlichen Gedränge steckenden Menschen die Hilfe verweigert und tatenlos zugeschaut.

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Nach knapp drei Wochen Unterbrechung wurde damit der Loveparade-Prozess fortgesetzt. Der Niederländer ist in dem Verfahren auch Nebenkläger.

Dolmetscherin übersetzte ungenau

Während der Aussage einer Australierin, die ebenfalls als Nebenklägerin auftritt, wurde der Prozess unterbrochen: Das Gericht entließ die Dolmetscherin, weil sie offenbar die Aussage der Zeugin an einigen Stellen ungenau übersetzt hatte, so ein Gerichtssprecher gegenüber DER WESTEN.

Staatsanwaltschaft wirft fahrlässige Tötung vor

Die Staatsanwaltschaft und die Verteidigung hatten sich daraufhin beschwert. Das Gericht versucht nun, einen Ersatz-Dolmetscher zu finden.

Bei dem Unglück am 24. Juli 2010 in Duisburg waren 21 Menschen erdrückt und mindestens 652 verletzt worden.

Der Prozess am Landgericht Duisburg gegen sechs Mitarbeiter der Stadt Duisburg und vier Beschäftigte des Veranstalters Lopavent hatte im Dezember begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen fahrlässige Tötung vor. (dpa/pen)

 
 

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