Einwohnerzahl in Duisburg steigt durch Zuwanderung erstmals wieder an

Nach der „Stabsstelle für Informationslogistik“ ist 
die Entwicklung in den einzelnen Stadtteilen in Duisburg sehr unterschiedlich.
Nach der „Stabsstelle für Informationslogistik“ ist die Entwicklung in den einzelnen Stadtteilen in Duisburg sehr unterschiedlich.
Foto: WAZ FotoPool
In Duisburg ist die Einwohnerzahl im Vergleich zum letzten Jahr leicht gestiegen. Dafür ist laut der Statistik der „Stabsstelle für Informationslogistik“ aber nicht eine steigende Geburtenrate oder die höhere Lebenserwartung von Menschen verantwortlich, sondern der Anstieg der Zuwanderungen.

Duisburg. Dass Prognosen zum Teil wackelige Modelle sind, lässt sich derzeit an der Bevölkerungsentwicklung ablesen. Der erhebliche Schwund, den Statistiker in den vergangenen fünf Jahren immer wieder vorausgesagt hatten, ist bislang nicht in dieser Form eingetreten. Ganz im Gegenteil. Nach den neuesten Einwohnerzahlen der städtischen „Stabsstelle für Informationslogistik“ verzeichnet Duisburg sogar erstmals wieder Zuwächse.

In einem Monat 135 Einwohner mehr

Die exakten Einwohnerzahlen liegen immer mit leichter Verzögerung vor, weil die Stadt zunächst die Daten mit der sogenannten „Registerbereinigung“ überprüft. Der aktuellste Stand datiert daher vom April diesen Jahres. Und mit 486.746 Einwohnern ist Duisburg nach dieser amtlichen Statistik im Vergleich zum Vormonat um 135 Einwohner gewachsen. Im Vergleich zum Vorjahr leben 104 Menschen mehr in der Stadt.

Woran das liegt, lässt sich ebenfalls an den Zahlen ablesen: Mit mehr Kindern oder einer höheren Lebenserwartung hat das nichts zu tun. Nach wie vor sterben in Duisburg innerhalb eines Monats mehr Menschen als Kinder geboren werden. Das Verhältnis hat sich in den vergangenen 23 Jahren nicht verändert. Ursache ist vielmehr die verstärkte Zuwanderung, nicht nur aus Südosteuropa, sondern auch aus anderen Ländern der EU.

Mehr Zu- als Fortzüge

Seit 2011 verzeichnet Duisburg wieder einen positiven „Wanderungssaldo“, sprich: Es gibt mehr Zu- als Fortzüge. Und inzwischen ist dieser Saldo eben größer als der der Geburten und Sterbefälle.

Während sich die Zahl der deutschen Einwohner in den vergangenen zwölf Monaten um 2319 auf 407.933 weiter gesunken ist, hat sich die Zahl der Ausländer um 2423 auf 78.813 erhöht.

Die angestiegene Zuwanderung hatten die Statistiker jedenfalls nicht auf dem Schirm, als sie zuletzt 2008 die Bevölkerungsprognosen aufstellten. Bei rund 3000 Einwohnern sollte demnach der jährliche Bevölkerungsverlust liegen. Tatsächlich waren es im vergangenen nur 86. Zwar hatten sich die Analytiker einen breiten Korridor bei ihrer Prognose gelassen, damit die Schätzungen eintreffen, müsste Duisburg aber allein in den kommenden anderthalb Jahren wieder 10.000 Einwohner verlieren.

Unterschiedliche Entwicklung in den einzelnen Stadtteilen

Innerhalb der Stadt entwickeln sich die Zahlen allerdings ganz unterschiedlich. Deutlich ist der Verlust in den Bezirken Süd und Homberg, die wachstumsstärksten sind Mitte und Rheinhausen (siehe Tabelle). Während diese beiden Bezirke im vergangenen Jahr die einzigen mit waren, in denen sich die Einwohnerzahl erhöht hat, wachsen seit Beginn dieses Jahres auch Walsum und Meiderich.

Einwohnerzahl in den Stadtteilen und Veränderung seit Jahresbeginn

Stadtteil> Stadtteil Einwohner> Einwohner +/- *> +/- *
Walsum 50.211 +45
Hamborn 70.627 -36
Meiderich 71.126 +30
Homberg 39.745 -148
Mitte 105.925 +256
Rheinhausen 76.882 +113
Süd 72.230 -166

Quelle: Stadt Duisburg, Monatszahlen Juli 2013, (Bevölkerung nach Registerbereinigung, Stand April 2013)

 
 

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