Eine Partei feiert sich selbst

Willy Brandt bewegte in Duisburg die Massen. Nach seiner Rede in der Mercatorhalle 1972
Willy Brandt bewegte in Duisburg die Massen. Nach seiner Rede in der Mercatorhalle 1972
Foto: SPD-Duisburg

Duisburg.  Bundestagswahlkampf 1972: Willy Brandt will Kanzler bleiben. Er besucht Duisburg und spricht in der voll besetzten Mercatorhalle. Auf dem König-Heinrich-Platz warten auch Tausende darauf, dass er zu ihnen spricht. Schließlich kommt er heraus, nimmt ein Megafon und hält eine Rede, die die Menschen jubeln lässt. Er ist der Hoffnungsträger für viele.

Die Duisburger SPD verzeichnet in dieser Zeit über 10 000 Mitglieder. Heute sind es noch rund 4400. Doch beides sind nur Teilaspekte der SPD-Geschichte, die in diesem Jahr 150 Jahre umfasst. Am 23. Mai 1863 wird sie in Leipzig gegründet. Ein Jahr später bekommt der Duisburger Maschinenwärter Caspar Bergrath von Ferdinand Lasalle die Erlaubnis, auch in Duisburg den „Allgemeinen deutschen Arbeiterverein“ zu gründen. Er wird der erste Vorsitzende.

Der 23. Mai wird seit 2008 jedes Jahr von der SPD – meist intern – gefeiert. Im Jubiläumsjahr soll es eine Feier „für Mitglieder und Sympathisanten der SPD“ geben. Am 23.Mai beginnt um 19 Uhr ein Kulturabend unter dem Titel „Freiheit und Gerechtigkeit!“, zu dem jeder ins Internationale Zentrum am Flachsmarkt kommen kann. Beginn ist um 19 Uhr.

„Wir freuen uns besonders darüber, dass wir Michal Syska, Leiter des ,Lasalle-Zentrums für Soziales Denken’ in Breslau, für diesen Abend gewinnen konnten“, so Stefan Braun, der gemeinsam mit Hartmut Pietsch vor allem die (Nachkriegs-) Geschichte der Duisburger SPD aufarbeitet. Vorbereitet wird zudem eine Publikation über „150 Jahre SPD Duisburg“, die auch einen Blick auf die Zukunft werfen wird, wie Pietsch betont.

Auf den Internetseiten der SPD-Duisburg findet sich eine umfangreiche Sammlung von Fotos, Dokumenten und Porträts von Duisburger Politikern, die vor allem die Nachkriegsgeschichte prägten. Vom ersten Vorsitzenden Wilhelm Tenhagen, der im September 1945 zu den Gründern der Nachkriegs-SPD in Duisburg zählte, über Hermann Spillecke, Ernst Ermert, Rudi Bahr, Anton Riederer, Josef Krings, Günter Schluckebier, Franz-Josef Antwerpes... die Liste lässt sich weit fortsetzen und ist noch nicht abgeschlossen.

Große Feier nächstes Jahr

Das Jubiläum der Duisburger SPD hat seinen Schwerpunkt im kommenden Jahr Ende April bis Anfang Mai. „Wir werden dann auch wieder ein Kinder- und Bürgerfest im Kant-Park feiern“, verspricht Hartmut Pietsch. „Das haben wir lange nicht mehr gemacht.“

Am 1. Mai 2014 wird es einen Festakt geben, zu dem auch der SPD-Bundesvorsitzende erwartet wird.

 
 

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