Eine Musikerin auf dem Weg zur Autorin

Anne Horstmeier
Gudrun Heyens in ihrem Arbeitszimmer,  in dem sie den Roman „Vincent oder Die Heiligsprechung“ geschrieben hat.
Gudrun Heyens in ihrem Arbeitszimmer, in dem sie den Roman „Vincent oder Die Heiligsprechung“ geschrieben hat.
Foto: WAZ FotoPool

Duisburg.  Auf ihren ersten Roman hat sich Gudrun Heyens lange vorbereitet. Noch bis 2015 bildet die 63-jährige Professorin an der Folkwang-Hochschule Musiker und Musikpädagogen aus, „dann will ich das machen, was ich schon immer machen wollte“: Schreiben als erfüllende Aufgabe. Mit ihrem Buch „Vincent oder Die Heiligsprechung“ hat sie einen ersten Schritt auf diesem neuen Weg gemacht.

Geschrieben habe sie schon als Kind gern, sagt Gudrun Heyens, die als Duisburgerin nach Stationen in Köln und Velbert seit 1998 wieder in Duissern lebt. Ihr Beruf wurde zwar die Musik und seit 1986 unterrichtet sie an der Folkwang-Hochschule Blockflöte, aber das Schreiben blieb. „Ich habe viel geschrieben für den Beruf, bin aber schon immer ins Belletristische abgerutscht.“

Groningen und Venedig

Mit Blick auf die Pensionierung habe sie vor ein paar Jahren angefangen zu üben mit Kurzgeschichten „als Versuchsballon“. Die positiven Reaktionen ermutigten sie dazu, mit Skizzen für einen Roman zu beginnen. Die habe sie dann zwei Buchhändlerinnen zum Lesen gegeben. Ihr Rat: „Das klingt wie ein Roman, biete das mal einem Verlag an.“ Das endet in den allermeisten Fällen enttäuschend. Nicht so bei Gudrun Heyens: Die zehn Seiten, die sie an den pdk-Verlag schickte, wurden sofort genommen.

„Es folgte ein dreiviertel Jahr mit sehr viel Arbeit“, schildert Gudrun Heyens. Im Gegensatz zu Verlagen, die sich die Veröffentlichung von Büchern unabhängig von der Qualität ihrer Hobby-Autoren bezahlen lassen, arbeitete ein Lektor mit der Duisburgerin an ihrem Manuskript. „Es wurde völlig überarbeitet, ich habe viel gelernt.“

„Vincent“ spielt in Groningen und Venedig – zwei Städte, in denen sich Gudrun Heyens gut auskennt. Groningen schien ihr der richtige Ort für den Maler Vincent, den sie als erstes im Kopf hatte. „Ich bin mit vielen Malerinnen und Malern befreundet.“ Bei einer Reise nach Venedig hat sie dann noch einmal recherchiert, denn „die Details müssen stimmen“.

"Ein Sammelbecken für Kuriositäten"

Vier Figuren hat die Autorin entwickelt: Es geht um zwei Paare, zwischen dem verheirateten Vincent und der ebenfalls gebundenen Siv entwickelt sich eine Liebesgeschichte, die in den 80er Jahren spielt. Das endet für die vier sehr unterschiedlich und durchaus überraschend. Wobei man sich die Akteure noch vielschichtiger gezeichnet vorstellen kann.

Die Hauptfigur ihres nächsten Romans soll mehr Hauptfigur werden als Vincent. Und die Autorin wendet sich der Welt zu, deren Innenleben sie bestens kennt: der Musikhochschule. „Ein Sammelbecken für Kuriositäten.“