Eine Küche geht auf Reisen

Noch sieht es nicht sehr einladend aus – ein ehemaliger Schiffscontainer steht am Gemeindehaus der evangelischen Gnadenkirche in Duisburg-Neumühl. Nach Pfingsten wird sich das Bild ändern: Bis zu zwei Duzend Menschen kommen dann jeden Abend in der Woche zusammen, um zu kochen, zu essen und um sich kennenzulernen. Menschen die geflüchtet sind sollen mit Bürgern vor Ort zusammen kommen.

„Gemeinsam zu kochen und zu essen und sich dabei anzunähern, dieses Ritual ist glaub ich in allen Kulturen vorhanden“, sagt Andreas Reinhard. Der Organisator des Projekts „kitchen on the run“ tourt mit dem Schiffscontainer durch fünf europäische Städte. Los ging es im süditalienischem Bari. Dann war die französische Mittelmeerstadt Marseille dran. Nach dem Halt in Duisburg geht es erst nach Deventer in den Niederlanden und zum Abschluss nach Göteborg in Schweden. „Die Reise geht nordwärts“, sagt der Organisator Andreas Reinhard. Nach der Schließung der Balkan-Route ist der Weg über Italien und Frankreich wieder aktuell geworden. „Für Waren ist es relativ leicht Grenzen zu überschreiten. Für Menschen ist es gar nicht so einfach“, erläutert Reinhard die Symbolik, die mit der Wahl Schiffscontainer als Begegnungsort mitschwingt. Der Blechbau hat alle nötigen Zugänge: Gas, Wasser, Strom. Ab Dienstag, 17. Mai können Gäste und Gastgeber zusammen kommen. „Nicht wir sind die Gastgeber“, sagt Pfarrer Michael Hüter. Das sollen die Bürger sein, die sich über die Internetseite dafür anmelden können.

Gastgeber sind die Bürger vor Ort

Die Organisatoren bringen Bürger und Flüchtlinge zusammen und sorgen für den reibungslosen Ablauf: Erst eine kleine Vorstellungsrunde, eine Absprache was gekommen werden soll – bis zu zwei verschiedene Gerichte am Abend sind möglich – dann ein gemeinsamer Einkauf. „Dann sind wir selbst auch nur Teilnehmer“, sagt Reinhard. Natürlich springt er ein, falls es zu Problemen kommt, sagt er, zu Verständigungsschwierigkeiten zum Beispiel. Zur Not müsse es mit Händen und Füßen gehen.

Dass es sich bei den Kochabenden zu „berührenden Momenten“ kommen kann, weiß Reinhard von den vorherigen Stationen in Italien und Frankreich. Die Fluchtgeschichten auf der einen Seite und die Willkommenskultur auf der anderen. „Es geht um wichtige Begegnungen“, sagt Pfarrerin Anja Buchmüller-Brand. Die können dabei helfen mögliche Sorgen der Neumühler Bürger abzubauen. Mitmachen dürfen aber alle Bürger.

 
 

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