Ein Wiedersehen mit dem Theater am Marientor in Duisburg

Ganz ist das Licht nicht aus im Duisburger Theater im Marientor.
Ganz ist das Licht nicht aus im Duisburger Theater im Marientor.
Foto: A.Mangen / waz
Im Theater am Marientor, das Anfang 2012 geschlossen wurde, hebt sich vereinzelt wieder der Vorhang. Ende des Jahres wird das russische Staatsballett auftreten. Gespräche mit potenziellen Käufern werden auch wieder geführt, unter anderem mit Deutschlands größtem Unterhaltungsveranstalter aus Berlin.

Duisburg. „Auf Wiedersehen“ steht zum Abschied in die ungewisse Zukunft in großen Lettern auf der Internetseite des Theaters am Marientor, das bekanntlich seit Jahresanfang geschlossen ist, nachdem alle Verkaufsversuche gescheitert waren. Aber siehe da: Es gibt ein Wiedersehen! Mit einigen – wenigen – Bühnenereignissen. Gar ein dauerhaftes ist sogar möglich. Die Eigentümerin verhandelt aktuell doch wieder mit einem Kauf-Interessenten.

Nach dem Nussknacker vom russischen Bolschoi-Theater senkte sich am 30. Dezember vergangenen Jahres zum letzten Mal der Vorgang im einstigen Musical-Theater. Nun kommt das Staatsballett wieder, und zwar am 14. Dezember. Und auch im Januar 2013 wird die TaM-Bühne bespielt und besungen, mit der Tanzshow „In love with dance“ und mit den „5 Tenören“. Der Stadtsportbund richtet seine Sportgala in diesem Jahr ebenfalls an der bekannten Stätte aus.

Für die Buchungen verantwortlich ist bekanntlich nicht mehr die Duisburger Marketinggesellschaft (DMG), sondern die TaM-Eigentümerin: die städtische DBV, Schwester-Unternehmen der Gebag. Die muss die teure Last des geschlossenen Theaters schnell loswerden. Kredite drücken, ebenso die jährlichen Kosten von 200.000 Euro für das stillgelegte Theater.

Damit das TaM nicht in Vergessenheit gerät

Dass sich die DBV um die Vermarktung der Spielstätte kümmert, soll aber nur eine Übergangslösung sein und wird nicht im großen Stil betrieben, betont Geschäftsführer Udo Steinke. Die Veranstaltungen seien ein kleines finanzielles Zubrot und sorgten zumindest dafür, dass das TaM als Bühne bei Publikum und Branche nicht ganz in Vergessenheit gerät.

Apropos Branche: Die DBV ist weiter im Gespräch mit Deutschlands größtem Unterhaltungsveranstalter aus Berlin. Der fordert allerdings, dass die DBV einen Teil des unternehmerischen Risikos trägt, sollte er das TaM bespielen. Zugleich führt die DBV nach WAZ-Informationen aber konkrete Gespräche mit einem potenziellen Käufer, der schon früher mal am TaM interessiert war. Der Aufsichtsrat ist informiert und gab ein Verhandlungsmandat. Entgegen früherer vorschneller Verlautbarungen will die DBV nun offenbar erst abwarten, ob aus der Sache wirklich etwas wird und ob die Finanzierung des Interessenten auf sicheren Füßen steht.

Dass die DMG die TaM-Schließung wenig erfreute, ist hinlänglich bekannt. Immerhin konnte sie einige Veranstaltungen hinüber in die Mercatorhalle holen, die aber etwa für große Musicals nicht geeignet ist. Für Shaolin-Mönche oder große Firmenevents ist sie aber nutzbar. Auch Kabarettist Dieter Nuhr hat sich für November angesagt.