Ein Toter und neun Verletzte bei Linienbus-Unfall in Duisburg

Auf der Fiskusstraße in Duisburg-Neumühl ist ein Bus der Linie 908 vor einen Baum gefahren. Der Fahrer wurde bei der Kollision lebensgefährlich verletzt, er starb kurze Zeit nach dem Unfall im Krankenhaus an seinen schweren Verletzungen.
Auf der Fiskusstraße in Duisburg-Neumühl ist ein Bus der Linie 908 vor einen Baum gefahren. Der Fahrer wurde bei der Kollision lebensgefährlich verletzt, er starb kurze Zeit nach dem Unfall im Krankenhaus an seinen schweren Verletzungen.
Foto: Stephan Eickershoff / Funke Foto Services
  • Gelenkbus der DVG prallte am Morgen auf der Fiskusstraße in Neumühl gegen einen Baum

  • Der 46-jähriger Fahrer starb, neun Fahrgäste wurden verletzt

  • Weshalb der Mann die Kontrolle über den Bus verlor, ist noch unklar

Duisburg. Die Fiskusstraße in Neumühl ist eine schnurgerade verlaufene Straße. Wie es hier zu solch einem schweren Unfall kommen konnte, fragen sich viele Menschen. Gegen halb zehn am Mittwochmorgen fährt die aus Sterkrade kommende DVG-Linie 908 die Straße am Friedhof entlang. Plötzlich kommt der große Gelenkbus von der Straße ab, touchiert zunächst einen Baum am Straßenrand, bevor die Fahrt frontal vor einem zweiten Baum endet. Bei der Kollision werden der 46 Jahre alte Fahrer und neun Fahrgäste verletzt. Passanten und ein Autofahrer, der den Unfall beobachtet hat, retten den Mann aus der zerstörten und von Splittern übersäten Führerkabine.

Aufgrund der Notrufe, in denen von rund 20 Betroffenen die Rede ist, löst der Disponent in der Feuerwehr-Leitstelle einen Massenanfall von Verletzten aus. 60 Einsatzkräfte, zahlreiche Rettungswagen, mehrere Notärzte und der Rettungshubschrauber Christoph 9 machen sich auf den Weg zur Unfallstelle. Vor Ort versorgen die Rettungskräfte insgesamt zehn Verletzte – nicht alle Menschen, die vor Ort sind, haben auch im Bus gesessen.

Acht Leichtverletzte werden auf Kliniken verteilt

Bei dem Busfahrer diagnostiziert der Notarzt akute Lebensgefahr, bei einem weiteren Fahrgast schwere Verletzungen. Sie werden nach der Erstversorgung schnell ins Krankenhaus gebracht. Der 46-jährige Busfahrer, der für ein Ratinger Unternehmen, mit dem die DVG zusammenarbeitet fuhr, stirbt jedoch kurz nach dem Unfall im Krankenhaus. Die acht Leichtverletzten, sie tragen zur Sicherheit Halskrausen, werden zunächst in einem zweiten Bus betreut und später auf die Kliniken verteilt. Am Nachmittag können laut Polizei alle Verletzten die Krankenhäuser wieder verlassen.

Warum der Fahrer die Kontrolle über den Bus verloren hat, muss nun untersucht werden. War es ein medizinischer Notfall oder ein technischer Defekt? Antworten erhoffen sich die Ermittler des Verkehrskommissariats von den Ergebnissen der für Freitag angesetzten Obduktion. Auch werden die Polizisten die Menschen befragen, die mit im Bus saßen. Weitere Fahrzeuge waren nach ersten Erkenntnissen nicht beteiligt.

Staatsanwaltschaft beschlagnahmt den Bus

Den Bus hat die Staatsanwaltschaft ebenfalls beschlagnahmt. Ein Sachverständiger soll ihn begutachten, auch der Fahrtenschreiber, die Fahrerkarte und die Videoüberwachung werden untersucht. Ein Standard-Verfahren, sagt Polizeisprecher Ramon van der Maat.

„Unsere Gedanken und Sorgen sind bei den Verletzten und deren Angehörigen. Besonders getroffen hat uns die Nachricht, dass der Busfahrer im Krankenhaus an den Folgen seiner schweren Verletzungen verstorben ist“, äußert sich DVG-Chef Marcus Wittig später. „Unser Mitgefühl gilt seinen Angehörigen.“ Bis zum 9. November nun alle Busse im Duisburger Stadtgebiet mit einem Trauerflor fahren.

>> BERGUNG DAUERTE STUNDEN

Auch wenn die eigentlichen Rettungsarbeiten nach kurzer Zeit abgeschlossen waren, blieb die Fiskusstraße länger für die Ermittlungen der Polizei und die Bergung des Busses gesperrt. Erst am frühen Abend, nach der Bergung des Busses mit zwei Kränen, konnte die Straße wieder komplett freigegeben werden.

 
 

EURE FAVORITEN