Ein tiefer Einblick in die Seele

Von Michael Eger
Foto: unbekannt

Hünxe. Stimmgewaltiger Auftritt der Don Kosaken um Maxim Kowalew. Im Rahmen ihrer Europatournee gastierten die russischen Sänger am Sonntagnachmittag in der Dorfkirche Drevenack und offenbarten dem begeisterten Publikum einen tiefen Einblick in ihre Seele.

Zunächst wirkte es ein wenig geheimnisvoll, als die acht Männer gegen 15 Uhr den Kircheneingang betraten und langsam in Richtung Altar marschierten. Mit hohen Stiefeln und ganz in schwarz präsentierte sich der Männerchor mit entschlossener Körperhaltung dem erwartungsvollen Publikum, bevor der musikalische Leiter Maxim Kowalew das Wort ergriff: „Es ist uns eine große Ehre, für sie heute singen zu dürfen“. Zeitgleich nahm Kamerad Viacheslav Yeromin noch einmal die Stimmgabel in seine Hand, gab kurz den Takt vor und schon konnte es losgehen. Dann folgte ein hochklassiges Klangerlebnis, das die rund 200 Besucher wohl so schnell nicht vergessen werden.

Zu dem abwechslungsreichen Repertoire der ausgebildeten Sänger zählten an diesem Nachmittag sowohl russisch-orthodoxe Kirchengesänge mit einer enormen melancholischen Intensität als auch russische Volksweisen, bei denen sich hohe Töne mit kraftvollen Bässen gekonnt vermischten. Und so wurde aus dem Ort der Stille für rund 90 Minuten lang der musikalische Schauplatz eines festlichen Konzertes, das nahezu jeden der Gäste in seinen Bann zog. Präsentierten die Don Kosaken im ersten Teil ausschließlich den Wohlklang ihrer gewaltigen aber zugleich auch höchst gefühlvollen Stimmen, so griffen sie im zweiten Konzertabschnitt zusätzlich zu einem Akkordeon. Gespielt vom Tenor Yeromin diente dieses zur Begleitung von temperamentvoll beschwingten Kosakenliedern wie „Marusja“, „Ein Kosak spaziert am Don“ oder auch dem bekannten „Kalinka“, bei dem das Publikum schließlich lautstark zum Takt klatschte.

Kaum hatten die Sangeskünstler ihre Konzertzugabe beendet, da marschierten sie auch schon hintereinander im Gleichschritt aus der Kirche und ließen hierbei winkend das „Soldatenlied“ ertönen. Zurück ließen sie eine durchweg begeisterte Besucherschaft, die aus dem Schwärmen kaum noch heraus kam. „Davon kann man einfach nicht genug bekommen“, resümierte eine Dame mit euphorischer Stimme und nahm sich als Andenken eine CD mit nach Hause.