Ein Tag im „Parlament von Duisburg“

Tag der offenen Tuer im Duisburger Rathaus. Bürgermeister Manfred Osenger führte die Besuchergruppen durch die Räumlichkeiten. Fotos: Lars Fröhlich / WAZ FotoPool
Tag der offenen Tuer im Duisburger Rathaus. Bürgermeister Manfred Osenger führte die Besuchergruppen durch die Räumlichkeiten. Fotos: Lars Fröhlich / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool

Duisburg.. Normalerweise tummeln sich hier Ratsherren, Dezernenten und Bürgermeister und mitunter fliegen auch schon Mal die Fetzen. Gestern hingegen war das Rathaus ein Ort des kollektiven Staunens. Hunderte Schaulustige nahmen „ihr“ Rathaus mal ganz genau unter die Lupe.

„Guck mal das ist der Jupp“, sagt ein älterer Herr zu seinem kleinen Enkel Florian. „Der war mal Oberbürgermeister und ein sehr beliebter dazu“, erklärt der Opa dem Nachwuchs. Dieser fasst die Büste von Alt-OB Joseph Krings an und fragt ein wenig verunsichert: „Wie haben die denn seinen Kopf abgemacht und hier hingestellt“. Die Erklärung folgt sofort.

Überall schlendern Interessierte durch die Flure, begutachten Mitbringsel aus den Partnerstädten, historische Bilder der Stadt und die Holzvertäfelungen an den Wänden. Ja diese Holzvertäfelungen, die haben es den Besuchern besonders angetan. „Ach Schatz, was hätt’ ich gern auch dieses schmucke Holz zu Haus’. Dann bräuchten wir nie mehr tapezieren“ , sagt eine ältere Dame zu ihrem Begleiter. Der schaut sich das Objekt der Begierde genauer an und antwortet: „Das ist zwar pflegeleicht, aber mit der Montage ist das so ‘ne Sache. Ne, lass mal. Schauen wir uns lieber das Büro vom Sauerland an.“

Gesagt - getan. Die beiden laufen händchenhaltend ins Arbeitszimmer von OB Adolf Sauerland. Der ist zwar selber nicht zugegen, um die Besucher in Empfang zu nehmen, dafür aber sein persönlicher Referent. Josip Sosic zeigt die Besonderheiten der „Machtzentrale“, wie ein Besucher den Raum nennt. Besonderheiten gibt es eigentlich nicht. Es ist ein Büro mit Stuhl, Computer, Telefon, ein bisschen Deko und einem Schreibtisch. Der Schreibtisch allerdings, hat eine ungewöhnliche Form, merkt Sosic an. „Der Tisch ist noch von Karl Lehr, OB von 1879 bis 1914. Der gute Mann hatte einen großen Bauch und deswegen ist der Tisch so abgerundet, dass man auch als kräftigere Person gut an die Akten herankommt. Diese Tischform kommt auch unserem derzeitigen OB entgegen“, schmunzelt Sosic.

Nebenan im „Dezernentenzimmer“ erinnert zwar nichts an einen alten Bürgermeister, dafür aber etwas an König Artus. Dieser hat der Legende nach die „Tafelrunde“ erfunden. Einen runden Tisch, ohne Kopf und Fuß. Eben solch ein Sitzkreis schmückt den kleinen Raum.

Der kleine Florian ist mit seinem Opa auch mittlerweile hier angekommen. Unterwegs hat er offensichtlich einiges dazu gelernt: „Also hier sitzen dann die Minister vom Duisburger Parlament, stimmt’s“?

 
 

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