Ein Mandat weniger – Jugendring sauer auf CDU und SPD

Vorsitzender Pascal Rusche (re.) und Christian Ladda, Geschäftsführer des Jugendrings, sind sauer auf CDU und SPD.
Vorsitzender Pascal Rusche (re.) und Christian Ladda, Geschäftsführer des Jugendrings, sind sauer auf CDU und SPD.
Foto: WAZ FotoPool
Nur noch zwei Stimmen im Jugendhilfeausschuss: Der Jugendring in Duisburg ist maßlos verärgert über CDU und SPD, weil sie nun mit einem Mandat weniger im Ausschuss vertreten sind. Der Jugendring-Vorsitzende Pascal Rusche spricht von einem Schlag ins Gesicht für 85 000 Kinder und Jugendliche.

Duisburg. Die Verantwortlichen des Jugendrings sind maßlos verärgert über SPD und CDU. Sie werfen den beiden Fraktionen vor, der einzigen stadtweit organisierten demokratischen Vertretung von Kindern und Jugendlichen ohne vorherige Unterredung einfach ein Mandat im neuen Jugendhilfeausschuss genommen zu haben. Der Jugendring habe erst zehn Minuten vor Beginn der jüngsten Marathonsitzung des Rates über eine Aktualisierung im Ratsinfosystem vom Vorschlag von CDU und SPD erfahren. Die Jugendvertretung wird in den kommenden sechs Jahren „erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg“, so Geschäftsführer Christian Ladda, nur zwei Stimmen im Ausschuss haben – das in der Jugendamtssatzung festgeschriebene Minimum. Die dritte Stimme hat nun der Verein Genc Osman aus Hamborn.

„Dies ist ein Schlag ins Gesicht der 85.000 Kinder und Jugendlichen und der vielen Ehrenamtlichen in den Duisburger Jugendverbänden“, kommentiert Vorsitzender Pascal Rusche die Ratsentscheidung. Es sei unverständlich, warum ein einzelner Verein aus vermutlich parteitaktischen Gründen den demokratisch legitimierten Vertretern der Duisburger Jugend vorgezogen werde. Der Jugendring sieht durch das zerstörte Vertrauen die konsensorientierte und partnerschaftliche Arbeit im Jugendhilfeausschuss gefährdet. Über das Verhalten der Parteien sei man regelrecht schockiert, berichtet Pascal Rusche über die Eindrücke aus den Jugendverbänden.

Parteitaktische Gründe zurückgewiesen

SPD und CDU wiesen den Vorwurf von parteitaktischen Spielchen von sich und erklärten unisono, dass die Besetzung des Ausschusses auf Basis eines einstimmigen Ratsbeschlusses erfolgt sei. Die Schlussfolgerung, CDU und SPD hätten dem Jugendring einen Sitz weggenommen, sei also falsch. Das Gremium sei nicht zuletzt durch das Hinzuziehen eines Praktikers aus dem Sportverein Genc Osman in der Jugendarbeit sehr ausgewogen besetzt und der Jugendring mit seinem Vorsitzenden und dessen Stellvertreter weiter stark vertreten. Allein aus der Tradition heraus ergebe sich kein Anspruch auf einen zusätzlichen Sitz.

SPD-Fraktionsgeschäftsführer Oliver Hallscheidt sagte zudem, dass über die Ausschuss-Thematik bereits in der Woche vor der Ratssitzung mit dem Jugendring gesprochen worden sei.

 
 

EURE FAVORITEN