Ein Duisburger Surrealist auf Reisen

Thomas Becker
Manuel Trökes, der das Heinz-Trökes-Archiv in Berlin betreut, ist Experte für das Werk seines Vaters.
Manuel Trökes, der das Heinz-Trökes-Archiv in Berlin betreut, ist Experte für das Werk seines Vaters.
Foto: WAZ FotoPool

Duisburg. Sturm und Regen konnten Manuel Trökes auf dem Weg nach Duisburg nicht stoppen. Der Kulturmanager aus Berlin ist ins Lehmbruck-Museums gekommen, wo im Untergeschoss Gemälde mit kraftstrotzenden Farben und skurrilen Ornamenten neben Keramiken und Exponaten indianischer Kulturen zu sehen sind. Es sind die Werke seines Vaters Heinz Trökes (1913-1997), die das Museum in der Ausstellung „Eldorado“ anlässlich des 100. Geburtstag des neben Wilhelm Lehmbruck wohl prominentesten Duisburger Künstlers zeigt. Manuel Trökes betreut in Berlin das Archiv seines Vaters.

Der in Hamborn geborene Künstler und Professor, der zuletzt in Berlin lebte und arbeitete, war auch ein Reisender, der seine Impressionen in seinen Werken verarbeitete. So zog es ihn mit seiner Frau 1952 nach Ibiza. 1954 wurde Manuel Trökes geboren. Die Frage, ob dieses zur damaligen Zeit noch vom Massentourismus unentdeckte Balearen-Eiland auf ihn nicht „exotisch“ gewirkt habe, muss er mit einem Lächeln verneinen, da er ja als Kind nichts anderes kannte. Als die Familie später nach Stuttgart kam, sei ihm dieser Ort dort allemal „exotischer“ vorgekommen. Was auf jeden Fall für die schwäbische Sprache galt.

"Ein liebevoller Vater"

Das Lehmbruck-Museum besitzt die größte Trökes-Sammlung überhaupt, hat die Werke aber schon lange nicht mehr gezeigt. Manuel Trökes: „Es ist eine witzige Idee, die wir hier entwickelt haben. Was zeigt man? Nicht noch mal eine Retrospektive. Wir haben die starkfarbigen Bilder der 50er Jahre denen der 66er/67er-Zeit gegenübergestellt.“ Dazu kommen erstmals Objekte und Exponate seiner Südamerika-Reise, die ihm 1964 als Inspiration diente.

Wie Trökes betont, habe seine Familie gut vom Gehalt und von den zahlreichen Verkäufen des Vaters leben können, der „kein Held und nicht der große Künstler, sondern ein liebevoller Vater war“. Auch als ihm die Nazis ein Ausstellungsverbot erteilten, malte er in Kriegszeiten weiter.

1952 ging er dann nach Ibiza, weil es ihm als „freiheitsliebender, offener Charakter“ wohl in Deutschland zu eng geworden war. Für die Öffentlichkeit zugänglich sind von seinem umfangreichen Werk, über das auch seine 52 im Berliner Kupferstichkabinett zu sehenden Skizzenbücher Auskunft geben, in Sammlungen und Museen rund 1000 Ölbilder, Druckgrafiken, Zeichnungen und Aquarelle. Manuel Trökes erhält viele Anfragen von Sammlern und Interessierten, die das Werk des großen deutschen Nachkriegssurrealisten immer noch zu schätzen wissen.