Ein Autor, ein Zeichner und das Ober-Zebra

Daniel Cnotka

„Was wären die Geschichten von Ennatz und die Detektive nur ohne Dich?“ Mit diesen Worten bedankt sich der in Rheinhausen aufgewachsene Hobby-Kinderbuchautor Stefan Vöhringer bei seinem Schwiegervater Achim Schmetzer. Sorgt doch der 76-Jährige für die aufwendigen Kohlezeichnungen in den bisher drei erschienenen Büchern. „Gezeichnet habe ich schon als Achtjähriger“, sagt der Gelobte.

Gut einen Tag hat Achim Schmetzer gebraucht, um für „Giftige Ferien“ allein das Motiv des Hotels fertigzustellen. „Dafür brauche ich Ruhe, es darf mich niemand stören.“ Das Zeichnen ist ihm quasi in die Wiege gelegt worden, war doch sein Vater Kunstmaler. Achim Schmetzer zog es allerdings ins Handwerk. Er lernte Installateur und arbeitete als selbstständiger Küchen- und Badezimmerbauer. Hilfreich war ihm dabei stets sein Zeichentalent: „Vor dem Computer-Zeitalter wurden sämtliche Küchen- und Badezimmerpläne gezeichnet. Einer Familie hatte die Zeichnung so gut gefallen, dass sie sich diese einrahmte und in der Küche an die Wand hängte.“

Ein gutes Dutzend Bilder

Ein gutes Dutzend Bilder hat Achim Schmetzer für das neue Buch gezeichnet, als Vorlage dienen in der Regel zur Geschichte passende Fotos, die ihm Stefan Vöhringer besorgt. „Das Hotelfoto haben wir im Urlaub gemacht, Achim hat es dann leicht verändert als das Spielerhotel fürs Buch abgezeichnet“, sagt der 38-Jährige. Dieses Hotel spielt nämlich eine große Rolle in „Giftige Ferien“. Die drei Detektivinnen Emma, Julia und Marie fahren samt Familie und „Ennatz“ nämlich auf Einladung von MSV-Sportdirektor Ivo Grlic mit ins Trainingslager nach Nordhorn. Und dabei wird es, der Buchdeckel verrät es, nicht nur „Ennatz“ speiübel. Hatte doch ein Bösewicht das Hotelessen verunreinigt. Wer war das bloß? Die drei Mädchen und das zum Leben erweckte MSV-Maskottchen haben einen weiteren kniffligen Fall zu lösen...

Die drei Mädchen sind übrigens die drei Töchter von Vöhringer, in den Büchern sechs und keine drei Jahre alt. Sie sind – wie eigentlich alle Vöhringers – große MSV-Fans, auch wenn sie nicht mehr in Duisburg, sondern in Hattingen nahe Bochum und Dortmund wohnen. Ein Umschwenken auf den VfL oder den BVB sei aber nie in Frage gekommen. Einmal MSV-Fan, immer MSV-Fan. „Die Mädels fragen schon manchmal, warum wir so oft verlieren, haben aber Spaß im Stadion.“ Dafür sorge nicht zuletzt der „echte Ennatz“ am Spielfeldrand.

Auch wenn die aktuelle Kinder-Detektiv-Episode gerade erst erschienen ist, arbeitet Vöhringer bereits an einem neuen Fall. 2017 soll eine Weihnachtsgeschichte mit den Mädchen und dem knuffigen Zebra-Maskottchen erscheinen – wieder mit Werken Achim Schmetzers, ganz klar. Er freut sich allerdings bereits jetzt über interne Konkurrenz. Die drei Mädchen haben nämlich auch zu den „Giftigen Ferien“ bereits einige Bilder beigesteuert. . .