Duisburg

Eigene Digitalagentur mit Anfang zwanzig - diese Duisburger entwickeln Banken-Apps mit Emojis

Kevin Kalde und Dominik Schmidt entwickeln Apps für Banken in Amerika und Südafrika.
Kevin Kalde und Dominik Schmidt entwickeln Apps für Banken in Amerika und Südafrika.
Foto: Eric Kemnitz
  • Zwei Duisburger entwickeln Apps für die USA und Südafrika
  • Sie wollen auf den Deutschen Markt und die Zukunft des Bankings mitgestalten

Duisburg. Ihnen liegt die Welt zu Füßen. Und Duisburg. Ihr Büro im 19. Stock direkt am Hauptbahnhof ist erst der Anfang, Kevin Kalde (22) und Dominik Schmidt (21) entwickeln hier Apps für Banken und Versicherungen.

Im Hoist-Hochhaus haben Kevin und Dominik ihre eigene kleine Digitalagentur, die Kreativgebiet GmbH. Mit dem Fahrstuhl fahren wir bis in den 18. Stock. Dort haben sie einen Besprechungsraum mit Blick über Duisburg. Eine Etage darüber liegt ihr Büro.

Doch wie kam es dazu? Beide sind erst Anfang zwanzig. Von der Schulbank auf den Bürostuhl? Fast! Kevin hat erst eine Ausbildung zum Mediengestalter gemacht. Dominik ist direkt nach dem Abi eingestiegen.

Schon als Schüler Programme entwickelt

In ihrer Schulzeit hatten beide den gleichen Freundeskreis. Schnell kam raus: Sie haben ein Händchen für Design und Entwicklung. Nachmittags trafen sie sich zu ihrem Hobby. Sie versuchten ein Programm zu entwickeln, das allen Schülern bei Referaten, Hausaufgaben und Gruppenarbeiten helfen sollte.

So folgte eine Idee der anderen. Und nach der Schulzeit sollte es weitergehen. „Dann mieteten wir zum Arbeiten eine Wohnung in Großenbaum‟, erzählt Kevin.

Von Großenbaum über den Innenhafen ins Hoist-Hochhaus

Nach drei Monaten zogen sie in den Duisburger Innenhafen, in eine Bürogemeinschaft mit einer Agentur. Auf einer Internetplattform präsentierten sie ihre Arbeiten. Die Aufträge kamen und schnell musste mehr Platz für neue Mitarbeiter her. Also zogen sie nach acht Monaten in ihr Büro im Hoist-Haus.

„Ab Januar haben wir noch drei neue Mitarbeiter, dann sind wir hier zu elft‟, sagt Kevin.

Emojis statt Betreffzeile

Die beiden wollen, dass Online-Banking noch einfacher wird. Sie entwickeln Emojis für den Betreff in der Überweisung. „Wenn du mir eine Pommes in der Mittagspause bezahlt hast, dann kann ich in der App ein Pommes-Emoji für die Betreffzeile auswählen‟, sagt Kevin.

Auch ein Sparclub mit allen Freunden ist möglich. Hier kannst du dann deine Freunde hinzufügen und alle können gemeinsam für einen Urlaub sparen. Das Geld wird vom Konto abgebucht, landet im Sparclub und jedes Mitglied kann schnell drauf zugreifen und schauen, wie sich das Sparguthaben entwickelt.

In Südafrika sind sie damit auf dem Vormarsch. Im Moment sind die beiden in Nigeria erfolgreich, demnächst kommt noch Ghana dazu. Die USA sind natürlich auch schon am Start. Und Deutschland? „Wir wollen auf den deutschen Markt, aber es ist nicht so einfach."

Deutscher Datenschutz ist strenger als anderswo

Der Grund: Der Datenschutz ist strenger. Aber auch das trauen sie sich zu. Schwieriger ist es, die deutschen Banken von ihrer Modernität zu überzeugen.

„Es sind alles Traditionshäuser. Die weichen nicht so schnell von ihren alten Modellen ab. Dabei wollen junge Leute witzige und einfach zu bedienende Apps. Das bargeldlose Zahlen wird ja auch hier immer häufiger umgesetzt", sagt Kevin.

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