DVV peilt schwarze Zahlen an

Willi Mohrs
Das Kraftwerk in Duisburg-Wanheim. Archivbild: Hans Blossey
Das Kraftwerk in Duisburg-Wanheim. Archivbild: Hans Blossey
Foto: foto@luftbild-blossey.de

Duisburg. Mindestens eine „schwarze Null“ soll die Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft im Jahr 2012 schreiben. Das ist die Zielmarke, die Dr. Hermann Janning, gestern bekannt gab. Für 2010 wurde noch ein Verlust von 4,8 Mio Euro angegeben.

7,9 Millionen Euro habe man noch ein Jahr zuvor in Rot schreiben müssen, erklärte Marcus Wittig, der Finanzchef des städtischen Konzerns: „In den vergangenen fünf Jahren haben wir unser Ergebnis um nahezu 20 Millionen Euro verbessert.“ Das komme unmittelbar dem Haushalt der Stadt als DVV-Eigentümerin zugute.

Konsolidierung, Kooperationen und Wachstumsstragegie nannte Janning als Faktoren der Ergebnisverbesserung. Der Umsatz blieb mit 831 Mio Euro im Vergleich zu 2009 nahezu gleich.

Stromabsatz gesteigert

Musterknabe in der Konzernzentrale an der Bungertstraße ist das Geschäftsfeld Versorgung mit einem von 40,7 auf 46,7 Mio Euro gestiegenen Ergebnis. Der Stromabsatz im liberalisierten Markt wurde 2010 deutlich gesteigert, vor allem außerhalb Duisburgs. Daran war der Online-Anbieter „Rheinpower“ beteiligt, in noch deutlich stärkerem Maße aber der Verkauf von Strom an andere Stadtwerke. 2009 sei für den Energieversorger das „erfolgreichste Jahre der letzten zehn Jahre gewesen, berichtete Janning.

Mit Blick auf den in Berlin beschlossenen Ausstieg der Bundesrepublik aus der Kernenergie erwartet der DVV-Chef weiteres Wachstum: „Die dezentrale Stromerzeugung in Deutschland wird künftig eine stärkere Rolle spielen. Die Stadtwerke Duisburg AG ist mit ihrem Kraftwerkspark gut aufgestellt.“

Vor allem die Kraft-Wärme-Kopplung, also die Erzeugung von Strom und Fernwärme in einem Kraftwerk wolle man ausbauen. Eine „Fernwärmeschiene Ruhr“ soll mit Unterstützung der Landesregierung die Fernwärmenetze unterschiedlicher Stadtwerke verknüpfen und ausbauen.

Rote Zahlen schreibt nach wie vor die DVG, das ist allerdings bei anderen kommunalen Verkehrsunternehmen auch nicht anderes. Durch „effizientere Abläufe und Steigerung der Einnahmen“ habe man aber den Verlust von 44 auf 42,7 Mio Euro senken könnten, erklärte Wittig, seit Jahresmitte auch DVG-Chef. Bis 2006 habe das Minus noch mehr als 50 Mio Euro betragen. VIA, die Kooperation mit den Mülheimer und Essener Verkehrsbetrieben, soll zusätzlichen zu den Sparanstrengungen der drei Unternehmen durch Synergien weitere 10 Mio Euro einbringen. Bewährt habe sich der Einsatz von Sicherheitskräften in Bussen und Bahnen, die Zahl der Fälle von Vandalismus und Gewalt habe sich halbiert.