Duisburgs Tiger tummeln sich nun im neuen Gehege

Ulla Saal
Zur Eröffnung bekam Dasha in einem Eisblock gefrorenes Fleisch, das sie aus dem Wassergraben fischte.
Zur Eröffnung bekam Dasha in einem Eisblock gefrorenes Fleisch, das sie aus dem Wassergraben fischte.
Foto: FUNKE Foto Services
Am Mittwoch wurde das neue Gehege für die majestätischen Raubkatzen eröffnet. Besucher können die Tiere im Zoo nun aus nächster Nähe beobachten.

Duisburg. „Tiger sucht Frau“, behauptet der Zoo Duisburg auf riesigen Werbebannern, mit denen er Besucher locken will, sich die Raubkatzen in ihrem neuen Gehege anzusehen. Dabei hat El-Roi (10) seine neue Partnerin Dasha (4) schon gefunden. Und wie am Mittwoch bei der offiziellen Eröffnung des neuen Geheges vom Zoopersonal zu erfahren war, haben die beiden bereits genau das getan, was von ihnen erwartet wird. Ob diese Zusammen- letztlich zur Niederkunft der Tigerdame aus Dänemark führt, werden die nächsten Monate zeigen.

Dasha ist keine Diva

Mittwoch jedenfalls gab sich das prachtvolle Tigerweibchen völlig gelassen. Es streifte gemächlich durch das Außengelände, das mit Kunstfelsen, Wasserstellen und Bepflanzung der natürlichen Heimat der Sibirischen Tiger nachempfunden ist, und ließ sich auch nicht von den zahlreichen Gästen aus der Ruhe bringen, die jeden Schritt aufmerksam verfolgten. Da schau her, Dasha ist offenbar keine Diva!

Dafür machte sie mächtig Eindruck auf die Gäste, die zur Eröffnungsfeier gekommen waren. Darunter natürlich auch Dr. Klaus Engel, Vorstandsvorsitzender der Evonik Industries AG, die mit zwei Millionen Euro nicht nur die neue Tigeranlage, sondern auch das angrenzende Evonik Zoo-Labor finanziert hat, das nach den Sommerferien in Betrieb genommen werden soll.

Alles nicht allein zum Wohle der Kaiserberg-Arche. So betonten außer Engel, auch Zoo-Direktor Achim Winkler und Theo Pagel, gebürtiger Neudorfer, Zoo-Direktor aus Köln und Präsident der wissenschaftlich geleiteten zoologischen Gärten in Deutschland, dass in Duisburg damit auch ein Beitrag geleistet wird, um das Überleben der majestätischen Raubkatzen im Freiland zu sichern. Um die Tiger in Asien zu erhalten, arbeitet der Zoo mit Schutzprojekten wie Armur Leopard und Tiger Alliance sowie 21st Century Tiger zusammen. Ein Ziel ist auch die Auswilderung von in Tiergärten geborenen Tigern. „Die erste ist 2014 erfolgreich gewesen. 2015 hat das ausgewilderte Tier bereits Nachwuchs bekommen“, berichtet Zoo-Chef Winkler.

Die Einrichtung der Stadt mit den meisten Besuchern

Oberbürgermeister Sören Link hingegen liegt besonders am Herzen, dass die neue Tigeranlage ihren Beitrag dazu leistet, dass der Zoo weiterhin die Einrichtung der Stadt mit den meisten Besuchern bleibt.

Das wird sie sicherlich, denn wo hat man schon sonst die Möglichkeit ins Auge des Tigers zu sehen? Ganz nah, nur getrennt durch große Sicherheitsglasscheiben, kommen Zoobesucher an die Raubkatzen ran, die die größten der Erde sind. Immer vorausgesetzt, dass El-Roi und Dasha sich auch an die Besucher herantrauen. Einen ganz besonderen Blick jedenfalls bietet das Sibirienhaus, aus dem man die gesamte Anlage überschauen kann. Ein echter Hingucker.