Duisburgs OB Adolf Sauerland kann mit einem Kreuz bei "Ja" abgewählt werden

Mit Flyern, Aufklebern, Buttons und Ansteckern wirbt das Bündnis für die Abwahl von Adolf Sauerland.
Mit Flyern, Aufklebern, Buttons und Ansteckern wirbt das Bündnis für die Abwahl von Adolf Sauerland.
Foto: WAZ FotoPool
Seit Donnerstagmorgen können die Duisburger per Briefwahl über die Abwahl von OB Adolf Sauerland entscheiden. Am ersten Tag machten bereits etliche Bürger davon Gebrauch. Mit einem Ínfostand in der Innenstadt informiert die Bürgerinitiative außerdem ab Samstag über die Hintergründe des Abwahlverfahrens.

Duisburg. Ein älteres Ehepaar drängte sich am Donnerstag durch die Reihe der Medienvertreter im Bürgerservice des Bezirksamtes Mitte. Kameraleute und Fotografen warten gerade darauf, dass Mitglieder der Bürgerinitiative „Neuanfang für Duisburg“ ihre Kuverts mit dem Abstimmungszettel in die Wahlurne werfen. Unbeirrt von Blitzlichtern und laufenden Kameras tun sie das, worauf das „Duisburger Bündnis Abwahl“ setzt: Sie machen von der Briefwahl Gebrauch. Und sie waren bis zu diesem Zeitpunkt nicht die einzigen. Wie im Bezirksamt Mitte machten Bürger auch schon im Wahlamt in Neudorf seit dem Morgen ihr Kreuz auf dem Abstimmungsschein.

„Es geht uns nicht um die Macht im Rathaus“, unterstrich Theo Steegmann, einer der Sprecher der Bürgerinitiative. Es gehe einzig und allein um das Verhalten des Oberbürgermeisters nach der Loveparade-Katastrophe. In dem Wahlaufruf und in Flyern, die in den nächsten Tagen in den Briefkästen der Bürger stecken werden, werde dies noch einmal deutlich gemacht. Dass die CDU hier von einer „Mogelpackung“ und einer „Farce“ spreche, sei „ein ungeheuerlicher Vorwurf“ und „ein Affront“ gegen die knapp 80.000 Bürger, die sich in die Unterschriftenlisten eingetragen haben. „Die CDU hat offensichtlich ein Problem mit einem demokratischen Verfahren“, schließt Steegmann daraus. Ungeheuerlich sei auch der Boykott-Aufruf von CDU-Partei-Chef Mahlberg.

Sauerlands Loveparade-Chronologie statt Materialschlacht

Trotz der Flyer, Buttons, Anstecker, Aufkleber und Plakate werde es keine Materialschlacht geben. Das Bündnis muss den Abwahlkampf mit relativ geringen Mitteln finanzieren. DGB-Chef Rainer Bischoff (MdL, SPD) spricht von „wenigen 10.000 Euro“. In der Nähe des Standortes am Lifesaver-Brunnen, wo die Unterschriften in der Stadtmitte gesammelt wurden, wird ab Samstag ein Zelt stehen. Samstags von 11 bis 18 und montags bis freitags von 13 bis 18 Uhr. Man werde dort „jede Diskussion“ führen, und wer will, könne in der „Speakers Corner“ selbst ans Podium treten und sprechen.

Um allen Bürgern die Möglichkeit zu geben, sich das Verhalten von Oberbürgermeister Sauerland nach der Loveparade-Katastrophe in Erinnerung zu rufen, hat das Bündnis ein Chronologie der Ereignisse erstellt. Dazu werden Quellen genannt, die übers Internet oder mittels QR-Code übers Smart-Phone nachzulesen sind. „Jeder kann dort Adolf Sauerland in seinem Agieren nachvollziehen“, so Hartmut Pietsch (SPD). Wer dies tue, werde zu dem Schluss gelangen, dass ein Politiker, der sich so verhalte, nicht länger im Amt bleiben könne.

Erst wenn die Abwahl tatsächlich am 12. Februar feststeht, wollen sich Parteien und Initiative Gedanken über eine Nachfolge machen.

 
 

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