Duisburg

Duisburgerin gewinnt Streit mit Vonovia: Der Preis dafür ist allerdings hoch

Vonovia ist der größte Immobilienkonzern Deutschlands.
Vonovia ist der größte Immobilienkonzern Deutschlands.
Foto: imago/Manngold
  • Duisburgerin lebt seit drei Monaten ohne Bad
  • Vonovia lenkt ein und entschuldigt sich bei der Mieterin
  • Mietminderung und Magengeschwür

Duisburg. Seit über drei Monaten keine Dusche: So lebt Gabriele Sturm (54) aus Duisburg-Rumeln in ihrer Wohnung. Mitte Januar wollte ihr Vermieter, die Wohnungsgesellschaft Vonovia, ihr ein neues Bad installieren. Seitdem hat die Großmutter mit ihrer Enkelin ein halb aufgerissenes Bad und andauernd Wasser in der Wohnung.

„Ich kann einfach nicht mehr, meine Nerven liegen blank“, sagt Vonovia-Mieterin Gabriele Sturm aus Duisburg gegenüber DER WESTEN am vergangenen Freitag.

Frau aus Duisburg gewinnt Streit mit Vonovia: Sie hat seit drei Monaten kein richtiges Bad mehr

Die 54-Jährige lebt seit 2004 in ihrer knapp 80 Quadratmeter großen Wohnung in Duisburg-Rumeln. Damals hat sie rund 400 Euro Warmmiete gezahlt, mittlerweile sind es knapp 800 Euro warm.

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Nun sollte ein neues Badezimmer her, sie werde schließlich auch nicht jünger und seit dem Tod ihres Mannes fiele ihr manches schwerer.

85 Euro mehr Miete soll sie der Wohnungsgesellschaft Vonovia dafür zahlen. „Das würde ich auch gerne tun, damit ich mich auch im Alter noch vernünftig waschen kann.“

Doch als die Dusche installiert ist (vorher hatte sie eine Badewanne), geht das Unglück los. „Direkt nach der Baustelle hatte ich einen Wasserschaden. Das Wasser lief bis in meinen Flur, das komplette Bad stand unter Wasser.“

Vonovia schickte mehrfach Handwerker aus, es gab eine Verkettung unglücklicher Umstände

Vonovia schickte Handwerker aus, um zu schauen, wo das Wasser herkam. Die Firma, die das Bad installiert hatte, wies jede Schuld von sich. Man hätte alles richtig gemacht. Nichtsdestotrotz: Der Wasserschaden war da. „Dann wurde irgendetwas repariert und man sagte mir, dass in 14 Tagen wieder alles normal wäre“, so Gabriele Sturm.

So lange sollten die Bautrockner in ihrer Wohnung stehen und die Wände trocknen. Tag und Nacht sollen sie laufen. Das gehe aber gar nicht, sagt Sturm. Die Geräte seien so laut, dass sie und ihre siebenjährige Enkelin nicht schlafen könnten. Also schalten sie die Geräte nachts aus.

Zwei Wochen lang standen Bautrockner in ihrer Wohnung

Nach den zwei Wochen ging Gabriele Sturm duschen, in der Hoffnung, dass alles nun wieder gut wäre. Doch es war unverändert: Das Wasser floss. Und zwar nicht nur aus der Dusche, sondern auch wieder aus den Wänden. Wieder kamen Handwerker und Bautrockner, dieses Mal sei sich Vonovia sicher, das Leck gefunden zu haben.

Vonovia hat sich mittlerweile bei Gabriele Sturm entschuldigt, es wurde eine Lösung gefunden.

„Wir bedauern den Vorfall sehr und können uns auch an dieser Stelle nur entschuldigen. Leider hat es hier eine Verkettung unglücklicher Umstände gegeben. Stand heute sind die Leckagen beseitigt und es hat eine Dichtigkeitsprüfung stattgefunden. Die Wohnung wird jetzt mit Bautrocknern getrocknet. Am 25.04. findet eine Feuchtigkeitsmessung statt. Sollte diese erfolgreich verlaufen, kann ab dem 29.04. mit weiteren Sanierungsarbeiten begonnen werden“, heißt von der Sprecherin Bettina Benner gegenüber DER WESTEN.

Vonovia entschuldigt sich bei Mieterin und erstattet Miete zurück

Außerdem kommt das Unternehmen Gabriele Sturm mit einer Mietminderung von 100 Prozent entgegen. „Ab Mai zahle ich nur die Nebenkosten und bekomme rückwirkend für die Dauer der Baustelle meine Miete zurückerstattet. Ich muss erst wieder volle Miete zahlen, wenn das Bad fertig ist“, sagt Sturm.

Auch koste das sanierte Bad nun nicht mehr 85 Euro im Monat zuzüglich der Miete, sondern nur noch 40 Euro.

Duisburgerin hat durch den Stress ein Magengeschwür bekommen

Man habe Gabriele Sturm auch eine Ersatzunterkunft angeboten für die Dauer der Bautrocknung. Allerdings habe sie das abgelehnt, sie müsse auch arbeiten gehen und sich um ihre Enkelin kümmern. Daher sei sie auf die enge Anbindung an ihren Arbeitsplatz angewiesen.

Für die 54-Jährige hat die Verwirrung nun ein Ende, hofft sie. Der Stress hatte bereits gesundheitliche Konsequenzen: „Ich habe mittlerweile ein Magengeschwür. Mein Arzt hat mir schon Medikamente gegen den Stress verschrieben“, so Sturm.

In einigen Tagen sollen die Bautrockner fertig sein, dann wird geprüft, ob die Sanierung weitergehen und ob das Bad endlich fertiggestellt werden kann. Es wäre ein Happyend nach all dem Ärger für Gabriele Sturm.

 
 

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