Duisburger verkauft Statisten-Rollen in seinem Kurzfilm

Svenja Aufderheide
Martin Lukas, Filmstudent an der FH Dortmund sucht noch  finanzielle Unterstützung für seinen Abschlussfilm.
Martin Lukas, Filmstudent an der FH Dortmund sucht noch finanzielle Unterstützung für seinen Abschlussfilm.
Foto: Alexandra Roth/WAZ FotoPool
Nein, der Mann heißt nicht George mit Vornamen, sondern Martin, und der Nachname wird auch nicht mit C geschrieben, sondern mit K. Aber das hat ihn nicht daran gehindert, die Redaktion anzuschreiben und zu titeln "Duisburger Filmstudent sagt Hollywood den Kampf an".

Duisburg. Nein, der Mann heißt nicht George mit Vornamen, sondern Martin, und der Nachname wird auch nicht mit C geschrieben, sondern mit K. Aber das hat ihn nicht daran gehindert, die Redaktion anzuschreiben und zu titeln „Duisburger Filmstudent sagt Hollywood den Kampf an“. Huijuijui: Starke Worte, einfacher Grund: „Hätten Sie sich denn bei mir gemeldet, wenn ich „Duisburger Filmstudent dreht Abschlussfilm“ geschrieben hätte?“ „Wahrscheinlich schon, aber...“

Nun ja, Schwamm drüber. Hat ja geklappt mit dem Gespräch. Und Martin Lukas, der 26-jährige Filmstudent aus Hamborn strotzt nicht, wie manch böse Zeitgenossen vielleicht angesichts des Titels vermuten mögen, vor Arroganz, sondern ist einfach ein leidenschaftlicher, angehender Filmemacher. Und als solcher darf man sein Licht nicht unter den Scheffel stellen und hoffen, dass einen irgendeiner entdeckt, sondern muss schon selbst die Werbetrommel rühren.

Crowd-Funding-Kampagne, um Geld zu sammeln

Womit wir beim Thema sind: Martin Lukas arbeitet momentan an seinem Bachelor-Film „Keymoment“. Das Projekt ist keines der ach so beliebten Sozialdramen oder Komödien, die Filmstudenten gerne zum Abschluss drehen, sondern ein Science Fiction mit Zeitreisen und Traumwelten. „Hochwertig“ soll das Werk werden, auf keinen Fall trashig. Halt „handwerklich top gemacht.“ Und das kostet Geld. Geld, dass Filmstudenten üblicherweise nicht in unendlicher Menge bei sich zu Hause rumliegen haben. Also hat Martin Lukas im Internet eine Crowd-Funding-Kampagne erstellt, um Geld zu sammeln.

„Aber ich biete auch was dafür“, sagt Lukas und hat sich Gegenleistungen für potenzielle Geldgeber ausgedacht. Das reicht von zehn Euro für ein DIN A1-Filmplakat über 22 Euro für eine signierte Film-DVD und 70 Euro für ein Sponsoren-Paket bis hin zu 1000 Euro für eine Statisten-Rolle in dem Kurzfilm. 1400 Euro sind so schon zusammengekommen, 3000 Euro sollen es bis zum 30. August werden.

"Diese Statistenrolle wird sensationell"

Vor allem die 1000 Euro, die ein ihm vollkommen Unbekannter für die Statistenrolle hinblättert, haben Martin Lukas ein wenig aus den Latschen kippen lassen. Natürlich im vollkommen glücklichen Sinn. Kein Wunder, dass er verspricht: „Diese Statistenrolle wird sensationell.“

Aber warum dieser ganze Aufwand für einen Bachelor-Abschluss? Zwei Gründe zählt Martin Lukas auf. Erstens: „Mir liegt Science Fiction am Herzen.“ Zweitens: „Ich will mit dem Film für mich Türen öffnen.“ Er als Chef würde sich ja auch jemanden rauspicken, der etwas besonderes gemacht hat. Also macht der 26-jährige Hamborner jetzt etwas besonderes in seiner Abschlussarbeit.

Erfahrung genug hat der Mann ja. Schon seine ersten Versuche mit familieneigenen Camcorder die Urlaubserinnerungen in eine Geschichte zu packen, sind in der Verwandtschaft nach seiner Aussage prima angekommen. Grund genug, um auch die Freunde einzuspannen, wenn es in Jugendjahren darum ging, eigene Geschichten auszudenken, zu drehen und nachher am PC zu bearbeiten. Dazu noch die Arbeit bei der Schülerzeitung am Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium, bei der Martin Lukas vor allem für die Gestaltung zuständig war, machen als Voraussetzung Sinn, wenn man wie er eine Ausbildung als Mediengestalter absolviert. Einziger Hacken: „Ich hab zu filmisch gedacht und musste die Ideen dann oft auf ein Foto runterarbeiten.“ Also der nächste Schritt: Filmstudium an der Fachhochschule Dortmund. Und jetzt, im siebten Semester, die Bachelor-Arbeit.

Ist das erledigt, will Martin Lukas seinen Master-Abschluss machen. Und dann? Wer weiß, vielleicht geht es ja irgendwann nach Hollywood. Muss ja nicht alles Science Fiction sein.