Duisburger Szene zwischen Trauer und Trotz nach drohendem Aus fürs Djäzz

Zlatan Alihodzic
Foto: WAZ FotoPool

Duisburg. Die Duisburger Szene reagiert auf die drohende Schließung des Djäzz. Innerhalb von zwei Tagen haben sich in einer Diskussions-Gruppe im sozialen Netzwerk Facebook über 1000 Nutzer versammelt. Auch in vielen Kneipen gibt es dazu zahlreiche Thesen am Tresen.

Die Duisburger Szene reagiert auf die drohende Schließung des Djäzz. Innerhalb von zwei Tagen waren in einer Diskussions-Gruppe auf der Social-Media-Plattform Facebook mehr als 1000 Nutzer versammelt. Auch in vielen Kneipen gibt es dazu zahlreiche Thesen am Tresen.

Sebastian Schwenk gestaltet das Programm für das Café Steinbruch. „Auch wenn ich für einen anderen Laden arbeite, war ich im Djäzz immer willkommen, wenn ich dort veranstaltet habe“, erklärt er. Konkurrenz sei deshalb nie entstanden, im Gegenteil: „Im November hatten wir ein Konzert im Steinbruch und haben danach die Gäste mit Bussen zur Party ins Djäzz gefahren.“

Bartosz Kwiecinski ist Mitinhaber des Goldengrün. Er veranstaltet im Djäzz die „I Heart Ruhr York“-Reihe, die Ausstellungen, Videoprojektionen und Konzerte zusammenbringt. „Das Djäzz bietet den Leuten eine Bühne und fördert sie damit“, sagt er. „Es ist ein Treffpunkt, an dem sich Musiker und Kreative austauschen können.“

Armin Thommesen schließt sich an. Er leitet die Jazz-Session im Djäzz. „Ich kann mich nicht erinnern, dass es einen ähnlichen Standort für Sessions gab“, betont der Schlagzeuger. Musiker aus Dortmund, Düsseldorf und Essen würden regelmäßig kommen, um im Djäzz zu spielen.

Gerade erst eine Session ins Leben gerufen

Ein Zeichen wollte Axel Braun setzen. Der DJ entschied sich dazu, die „Jolly Roger“-Party Ende Januar, wenn die Sperrzeitverlängerung wohl schon greift, trotzdem durchzuführen. Da für die Notlösung von 21 bis 1 Uhr kein Eintritt verlangt wird, hat er ein Konzert im März abgesagt, das durch die Einnahmen querfinanziert worden wäre.

Stefan Mühlenkamp hat im Djäzz gerade eine Session installieren wollen. „Für mich ist das Djäzz deshalb so wichtig, weil wir Musiker dort einen Ort haben, an dem wir uns frei austoben können“, sagt er. „Und gerade in letzter Zeit kommen mehr Zuschauer, junge und alte, die für dieses Angebot auch dankbar sind.“

Veranstalter und DJ Dominik Siewior bestreitet heute die „Burn The City“-Party. „Ohne das Djäzz wird es sie aber garantiert nicht mehr geben“, erzählt er. Seit mehr als fünf Jahren hat die Reihe ihre Heimat an der Börsenstraße. „Wir sind eine Symbiose eingegangen. Es war perfekt, so einen Rahmen würden wir ohnehin nicht mehr in Duisburg finden, also hören wir mit dem Djäzz auf.“

Christian Linke spielt mit den Easy Snappers am Samstag im Djäzz, hier fand auch ihr erster Auftritt statt. „Da wir mit Rocksteady einen speziellen Musikgeschmack bedienen, war das Djäzz immer ein wichtiger Anlaufpunkt für uns.“ Selbst nach den eigenen Proben sei man noch in die Stadtmitte gefahren, um auf der offenen Bühne zu spielen.