Duisburger Stadtrat stellt Outletcenter-Entwickler Ultimatum

Das Factory-Outlet-Center in Duisburg-Hamborn: Jetzt hat der Rat eine Frist gesetzt.
Das Factory-Outlet-Center in Duisburg-Hamborn: Jetzt hat der Rat eine Frist gesetzt.
Der Rat der Stadt Duisburg hat den Entwicklern des Outlet-Centers in Hamborn eine Frist bis November gesetzt. Bis dahin muss die Finanzierung für das Projekt stehen. Andernfalls will die Politik nach Alternativen Ausschau halten, "da so keine vertrauensvolle Zusammenarbeit" möglich sei.

Duisburg. In die bemerkenswerte Hängepartie um das in Hamborn geplante Factory Outlet Center (FOC) kommt jetzt Druck und neue Bewegung: Am kommenden Montag will die Ratsmehrheit aus SPD, Linken und Grünen dem FOC-Projektentwickler Douvil mit einem gemeinsamen Antrag die Pistole auf die Brust setzen:

Bis zur Februarsitzung des Rates am 17. 2. 14 muss der FOC-Projektentwickler Douvil gegenüber der Stadt überzeugend nachgewiesen haben, „dass die weitere Finanzierung des Vorhabens sichergestellt und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung möglich ist.“ Kommt dieser Nachweis nicht, will der Rat dann Alternativen beschließen, die von der Stadtverwaltung ebenfalls bis zur Februar-Sitzung vorgelegt werden müssen.

Politik und Verwaltung halten an der Idee fest

Die wahrscheinlichste der Alternativen: Politik und Verwaltung halten an der Idee eines Outlet-Centers rund um die Abrissruine der Rhein-Ruhr-Halle fest, suchen sich aber dafür einen neuen Investor. Gerüchteweise soll auch schon ein Interessent bei der Stadt angeklopft haben.

Denn in den vergangenen Monaten, so scheint es, ist bei der Politik das Vertrauen in die Finanzkraft und Handlungsfähigkeit der unter dem Dach „Douvil GmbH“ agierenden Unternehmen Freeport und German Development (Geschäftsführer Roger Sevenheck) geschmolzen.

Vertrauen unterspült

Irritierende Schlagzeilen aus Bonn um Haftbefehle gegen Sevenheck zur Abgabe einer Vermögensübersicht, das bizarre Gezerre um die Grunderwerbssteuer, Gerüchte um nicht bezahlte Gutachten und eine Reihe von verstrichenen Fristen hätten in Duisburg das Vertrauen in Douvil unterspült.

„Für alle Beteiligten in Duisburg, inklusive der in den Immeo-Wohnungen verbliebenen Mieter“, so erklärten gestern die planungspolitischen Sprecher der Fraktionen (Eickmanns, SPD, Dierkes, Linke, Leiße, Grüne), sei die Lage unzumutbar geworden. Deshalb jetzt der Druck. Hermann Dierkes: „Wir wollen schriftliche Belege der Banken-Finanzierung sehen, Schluss mit mündlichen Zusicherungen.“ Blieben diese aus, kämen Alternativen zum Zuge. „Wir wollen, dass es an dieser Stelle in Hamborn weitergeht. Wir brauchen eine Entwicklung zur Stärkung des zweiten Hauptzentrums im Duisburger Norden“ heißt es in der gemeinsamen Erklärung.

 
 

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