Duisburger Schienenwerk unter dem Dach der Bahn?

Podiumsdiskussion zur Zukunft des TSTG-Schienenwerkes in der Marxloher Kreuzeskirche.
Podiumsdiskussion zur Zukunft des TSTG-Schienenwerkes in der Marxloher Kreuzeskirche.
Foto: WAZ-Fotopool

Duisburg. Riesenbeifall für einen CDU-Politiker von Stahlarbeitern – das gibt’s nicht allzu oft, aber das gab’s gestern. Eine neue Weichenstellung für das von Schließung bedrohte TSTG-Schienenwerk in Bruckhausen regte gestern CDU-Ratsherr Frank Heidenreich an: Die Deutsche Bahn als größter TSTG-Kunde soll prüfen, ob sie die Duisburger Schienenfertigung übernehmen kann.

„Wir sollten keinen Weg ausschließen“, forderte der Christdemokrat in der Marxloher Kreuzeskirche, wohin der TSTG-Betriebsrat zur Diskussion über die Zukunft des Schienenwerkes und seiner noch knapp 500-köpfigen Belegschaft eingeladen hatte. „Ihre Produktion ist nicht zukunftslos“, rief Heidenreich Belegschaft, Gewerkschaft und Politik aller Couleur auf, Druck auf den Voest-Konzern und Druck auf die Politik in Land und Bund zu machen.

Schienenmarkt verspricht Wachstum

„Wenn man es möchte, wäre es ein gangbarer Weg“, begründete Heidenreich gegenüber der WAZ seinen Vorstoß. Die Bahn betreibe schließlich auch eine eigene Stromerzeugung, warum dann nicht auch eine Schienenproduktion? Zumal der Schienenmarkt durchaus Wachstum verspreche. Schienen würden in erheblichem Umfang zur Erneuerung der Infrastruktur gebraucht, auch bei den kommunalen Verkehrsunternehmen. Und das System Bahn müsse für die logistischen Herausforderungen der Zukunft noch massiv ausgebaut werden.

NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD), ebenfalls auf dem Podium in der Kreuzeskirche, steht einem Einstieg der Bahn bei TSTG eher skeptisch gegenüber. Eher solle auf TSTG-Mutter Voest Druck ausgeübt werden, NRW-Verkehrsminister Harry Voigtsberger habe sich bereits an den Vorstand gewandt. Auch Jäger sieht den wachsenden Schienenbedarf der Zukunft: „Die Zeit arbeitet für uns.“

"Die Aufträge sind so gut wie selten zuvor"

Der Schließungsbeschluss für das Werk in Bruckhausen sei weder „moralisch noch wirtschaftlich zu begründen“, erklärte Jürgen Dzudzek (IG Metall): „Die Aufträge sind so gut wie selten zuvor. Dieses Werk ist auf der Höhe der Zeit.“

Rückendeckung bekommen die Schienenwerker vom großen Nachbarn: „Wir gehen diesen Weg gemeinsam“, versprach Wilfried Müller von den IG Metall-Vertrauensleuten bei Thyssen-Krupp Steel.

 
 

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