Duisburger Sandburg ist eingestürzt - neuer Versuch geplant

In knapp 30 Sekunden war die Arbeit von Tagen weggebröselt. Fast um die Hälfte brach die Burg ein.
In knapp 30 Sekunden war die Arbeit von Tagen weggebröselt. Fast um die Hälfte brach die Burg ein.
Foto: Stephan Eickershoff / Funke Foto Services
  • Binnen 30 Sekunden zerbröselte die kunstvolle Sandburg im Landschaftspark
  • Vielen Schaulustigen stockte der Atem, doch die Sandschnitzer bleiben gelassen
  • Der bisherige Rekord aus Miami mit 13,97 Meter soll bis zum 2. September übertroffen werden

Duisburg. Himmel hilf, welch ein Bild – leise rieselt der Sand. Und Schrecksekunde für die vielen Schaulustigen: Die Riesen-Sandburg im Landschaftspark ist am Dienstagnachmittag erdrutschartig plötzlich zusammengefallen. Aus, vorbei, der Weltrekordversuch fürs Guinnessbuch? „Ach was“, sagt Ober-Sandburg-Bauer Benno Lindel. „Wir haben Plan B. In drei Tagen sieht man nichts mehr davon. Wir bauen weiter und schaffen den Rekord.“

In 30 Sekunden war die Arbeit von Tagen zerstört

Es ist doch nur eine Sandburg, ein Riesen-Spaß und Marketing-Event, das sich Schauinsland-Reisen da vor der Industriekulisse gönnt. Und doch: Es war zum Atem anhalten, als es plötzlich an einer Seite des mächtigen Sand-Kolosses zunächst leicht zu rieseln begann. Dann mehr und mehr. Unaufhaltsam. Bis die schlanke Turmspitze geradezu dramatisch in sich zusammenkrachte. In knapp 30 Sekunden war die Arbeit von Tagen weggebröselt. Fast um die Hälfte brach die Burg ein. Das war filmreif, Endzeit-Szenario im Mini-Format. „Ich war schon erschrocken“, meint Simone Feier-Leist, die für Schauinsland-Reisen das Spektakel medial betreut. Und auch Tag für Tag vor Ort ist

Für Benno Lindel und seine knapp 20 „Sandcarver“ war der spektakuläre Sandrutsch freilich keine ganz große Überraschung. „Wir hatten am Abend vorher schon Risse gesehen. Das ist für uns immer ein großes Warnzeichen, dass es zum Kollaps kommen kann.“ Kollaps, das ist für die Sandschnitzer offenbar der Fachbegriff, wenn es ein Sandburg-Kunstwerk „erwischt“. Das kommt vor, Sand ist halt doch ein empfindliches Material. Lag es am Wetter, mal kalt, mal heiß? War es zu trocken? Lindel will nicht spekulieren. Es können auch Luftblasen im zusammengepressten Sand sein, die sich in der Hitze ausdehnen.

Der Termin mit den Juroren des Guinness-Buchs steht weiterhin

Schon Montagabend hatten Lindel und sein Team zusammengesessen, an ihrem Alternativplan gearbeitet, Skizzen angefertigt, wie die Burg denn jetzt nach dem Zusammenbruch aufgebaut wird. Denn es geht weiter. Am 2. September kommt der Rekord-Richtern aus London und er soll weiter das Rekord-Maß nehmen. Noch hält Miami mit 13.97 Metern die Spitze.

„Kein Problem“, versichert Lindel. Die neue Burg wird jetzt halt schlanker. Ja, aber die bleistiftschlanke Spitze ist doch pulverisiert? Auch kein Problem, sagt Lindel und verrät, dass die Burgspitze den bisherigen Rekord ohnehin um satte 2,60 Meter, überragte. Das nennt man Sicherheitspolster. Um 70 Zentimeter soll es nun im zweiten Anlauf höher hinauf gehen als in Florida. Und auf manch des aufwendigen Sand-Zierwerks um Fuße der Burg wird man dann halt verzichten. Hauptsache die Höhe stimmt – und hält.

Für neues Verschalen mit Holzlatten zum Aufbau bleibt nun keine Zeit. Im „Softpack“-Verfahren wird jetzt gearbeitet. Heißt: Mit viel, viel Wasser und mit Händen. „Wie die Kinder am Strand, wenn sie herum matschen“, lacht Lindel. Nur eben im Großformat.

 
 

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