Duisburger Sana-Klinik will 270 Stellen streichen

Sana Geschäftsführer Dr. Stephan Puke (re.)  im Sommer vergangenen Jahres bei der offiziellen Übernahme der Mehrheit an dem Krankenhaus.
Sana Geschäftsführer Dr. Stephan Puke (re.) im Sommer vergangenen Jahres bei der offiziellen Übernahme der Mehrheit an dem Krankenhaus.
Foto: FUNKE Foto Services
270 Stellen will die Duisburger Sana-Klinik bei Dienstleistungen durch Ausgliederung streichen. Der Betriebsrat fürchtet eine Entlassunsgwelle.

Duisburg. Im Sana-Klinikum und in den Sana-Seniorenzentren droht die angekündigte Ausgliederung der patientenfernen Dienstleistungen wie Küche und Reinigung zu einer großen Kündigungswelle zu führen. Laut Betriebsrat stehen die über 270 Mitarbeiter schlicht vor der Entlassung zum Ende Juni. „Wir sind geschockt. Weiterbeschäftigungen sind offenbar nicht vorgesehen“, so der Betriebsratsvorsitzende Helmut Böckeler.

Nach der vorgeschriebenen Sitzung des Wirtschaftsausschusses liegen jetzt konkrete Zahlen vor: So sollen im Klinikum in Küche und Cafeteria 52 Stellen gestrichen werden, in den Seniorenheimen geht es im Küchenbereich um 43 Beschäftigte. „In der Cafeteria laufen schon Externe rum und messen aus“, berichtet Böckeler. Im Klinikum sollen zudem u.a. 16 Stellen in der Bettenzentrale gestrichen werden, bei der OP-Reinigung neun, im Schreibdienst 20, in der Finanzbuchhaltung neun und in der Haustechnik 14. In den Seniorenheimen sind neun Beschäftigte in der Wäscherei und 13 an den Pforten betroffen.

Fünf Millionen Euro im Topf

Zum Beispiel von Übernahmen von Personal bei den Ausgliederungen ist aus Sicht des Betriebsrates kein Wort zu hören. Für mögliche Verhandlungen zu Sozialplänen sind die Verdi-Gewerkschaft und ein Berater eingeschaltet. Auch Streiks schließt Verdi nicht aus. „Wir haben alle Angst, nun nach vielen Jahren treuer Dienste unseren Job zu verlieren“, so ein Mitarbeiter, der darüber schimpft, dass sich die Stadt bei der Voll-Privatisierung „aus der Verantwortung gestohlen hat“.

Sana hält die Ausgliederung für „unumgänglich“ und branchenüblich, um konkurrenzfähig zu bleiben. Der Konzern hatte sich bei der Übernahme der Stadt-Anteile verpflichtet, einen Sozialfonds von fünf Millionen Euro bereit zu stellen. Aus ihm sollen offenbar auch Abfindungen gezahlt werden. Die Klinik-Leitung nennt auch eine Transfer- und Qualifizierungsgesellschaft als Möglichkeit in den anstehenden Verhandlungen über einen Sozialplan.

 
 

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