Duisburger Ratsmitglieder sparen Geld durch Tablet-Computer

Annette Kalscheur
Sechs Duisburger Ratsmitglieder testen seit gut einem Jahr die Neuzeit: Sie kommen nicht mehr mit Stapeln von Papier in die Ausschüsse und Ratssitzungen, sondern mit einem Tablet-Computer
Sechs Duisburger Ratsmitglieder testen seit gut einem Jahr die Neuzeit: Sie kommen nicht mehr mit Stapeln von Papier in die Ausschüsse und Ratssitzungen, sondern mit einem Tablet-Computer
Foto: WAZ FotoPool
Sechs Duisburger Ratsmitglieder verwenden seit einem Jahr Tablet-Computer. Dies bringt ihnen viele Vorteile. Nicht nur der lästige Papierkram fällt dadurch weg, sondern es werden auch Kosten gespart. Allein die Ersparnis der Portokosten beträgt 3000 Euro. Der Beginn für mehr neuere Technik im Rat?

Duisburg. Sechs Duisburger Ratsmitglieder testen seit gut einem Jahr die Neuzeit: Sie kommen nicht mehr mit Stapeln von Papier in die Ausschüsse und Ratssitzungen, sondern mit einem Tablet-Computer.

Sie sollen in der Praxis testen, was theoretisch reichlich Sparpotenzial birgt: Alle Drucksachen den 74 Mandatsträgern per Post zukommen zu lassen, kostet pro Jahr rund 203 000 Euro. Allein die Ersparnis der Portokosten für die sechs Testpersonen, die keine Post mehr bekommen, beläuft sich auf rund 3000 Euro.

Relativ kleiner Bildschirm

Zur Arbeitsgruppe der Tester gehört Frank-Michael Rich von Bündnis 90/Die Grünen. Er galt in seiner Fraktion als Skeptiker mit den größtmöglichen Vorbehalten. Nach einem Jahr kann er positiv vermerken: Die Papierberge sind weg. „Ich hatte ein umfängliches Ablage-System für das Sortieren und musste für manche Sitzung waschkörbeweise Drucksachen bewegen, das macht das Gerät jetzt allein“, lobt Rich. Nachteilig sei der relativ kleine Bildschirm, auf dem man nur die Hälfte einer Seite sehen könne, was bei umfangreichen Vorlagen schwierig sei: „Wenn über einen Absatz auf Seite 57 gesprochen wird, muss ich 57 Mal wischen, bis dahin ist die Diskussion durch“, beschreibt er.

Vorschlag Umstellung auf Tablets

Im Oktober trifft sich die Arbeitsgruppe, um ihre Empfehlung für den Rat auszusprechen. Rich ist jedenfalls für eine Umstellung auf Tablets, rät aber auch, dann den Ratssaal umzurüsten mit zusätzlichen großen Bildschirmen. Als Kernproblem sieht er die Pflicht der Stadt zur öffentlichen Ausschreibung vor der Anschaffung. Der günstigste Mobilfunkvertrag, der ihm als Privatperson angeboten worden sei, habe 9,90 Euro gekostet, für die Stadtverwaltung lag der günstigste Tarif bei 27,50 Euro. Und bei der gebündelten Anschaffung von geeigneten Tablets verlangten die Unternehmen gar „den fünffachen Preis“ im Vergleich zum Gefüge auf dem freien Markt, entrüstet sich Rich. Diesem Wucher müsse man unbedingt entgehen.