Duisburger Rat besiegelt „Aus“ für Factory Outlet Center

Längst keine Zierde des Stadtbildes mehr: die Rhein-Ruhr-Halle in Duisburg.
Längst keine Zierde des Stadtbildes mehr: die Rhein-Ruhr-Halle in Duisburg.
Foto: WAZ-Fotopool
Politische Mehrheit will neue Pläne für die Flächen von Rhein-Ruhr-Halle und Hallenbad im Norden Duisburgs. Bürger sollen beteiligt werden.

Duisburg. Die Diskussion war noch einmal hart, die Mehrheit nicht gerade üppig, aber am Ende der Debatte in der gestrigen Sitzung des Stadtrates stand fest: Das geplante Factory Outlet Center auf der Grenze von Hamborn und Marxloh ist Geschichte.

Letztendlich gaben die Stimmen von SPD, Linken und Grünen den Ausschlag für ein Votum für eine alternative Planung für die städtischen Grundstücke von Rhein-Ruhr-Halle und ehemaligem Hamborner Hallenbad. Die bisherigen Planungen für das Outlet Center werden damit aufgehoben.

Man habe „große Geduld bewiesen“ mit dem Investor, begründete SPD-Fraktionsvorsitzender Herbert Mettler den Schwenk seiner Partei von pro Outlet zu contra: „Stillstand war Alltag“, habe man letztlich feststellen müssen: „Wir als SPD ziehen jetzt einen Schlussstrich.“ Das bedeute für den Standort an der A 59-Ausfahrt Marxloh eine „echte Chance für einen Neustart“.

Weiterer Stillstand befürchtet

CDU-Fraktionschef Rainer Enzweiler, nach wie vor vom Outlet-Konzept im Duisburger Norden überzeugt, rieb sich vor allem am jetzt eingeschlagenen Verfahren, um aus der Outlet-Planung auszusteigen. Das widerspreche dem Ratsbeschluss vom November 2015, in dem klare Bedingungen für eine Änderung der städtischen Linie festgelegt worden seien.

„Marxloh braucht dringend einen neuen Impuls“, begründete Claudia Leiße (Grüne) ihr Nein zum Outlet, und das müsse nicht unbedingt Handel an der vorgesehen Stelle heißen. „Stillstand für Jahrzehnte“ befürchtet dagegen Wilhelm Bies (FDP), der sich für ein Abrücken von den bisherigen Plänen eine weitere Bedenkzeit von drei oder sechs Monaten gewünscht hätte.

Mehr Bürgerbeteiligung - oder weniger?

Man sei bereit „aus Fehlern zu lernen“, gestand Edis Mirze (Linke) ein, der bei der jetzt anstehenden Neuplanung mehr Bürgerbeteiligung forderte. In die wiederum hat Stephan Krebs (Junges Duisburg) nicht ganz so viel Vertrauen: „Bürger können sich viele Gedanken machen, aber am Ende muss es jemand bezahlen“, formulierte er seine Zweifel, zügig einen anderen Investor für das Gelände zu finden.

„Hier wird eine Alternativplanung auf den Weg gebracht“, erläuterte Planungsdezernent Carsten Tum noch einmal das Abrücken der Stadt von dem Outlet-Konzept. Klar vorgegeben in dem gestern gefassten Beschluss ist eine umfassende Beteiligung der Bürgerschaft an der künftigen Planung. Wie schon beim Charette-Verfahren für den Bahnhofsvorplatz erprobt, sollen Anwohner und weitere Bürgergruppen in die Entwicklung eines neuen Konzepts für das städtische Areal eingebunden werden. Bis zum Sommer könnte ein externes Planungsbüro einen solchen Beteiligungsprozess durchführen, heißt es optimistisch.

 
 

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