Duisburger Philharmoniker sorgen sich um Abonnenten

Anne Horstmeier
Generalmusikdirektor Giordano Bellincampi startete im Provisorum Theater am Marientor im September in seine Amtszeit. Jetzt schließt sich eine zweite Saison im Ausweichquartier an.
Generalmusikdirektor Giordano Bellincampi startete im Provisorum Theater am Marientor im September in seine Amtszeit. Jetzt schließt sich eine zweite Saison im Ausweichquartier an.
Foto: WAZFotoPool
Die Duisburger Philharmoniker sorgen sich um ihre Abos. Wegen der Brandschutzmängel in der Mercatorhalle spielen die Philharmoniker derzeit im TaM. Jedoch befürchten sie, dass die Aussicht, noch länger Konzerte im Ausweichquartier zu besuchen, das Publikum abschrecken könnte.

Duisburg. Auch am Ende dieses Jahres, in dem sich die Hiobsbotschaften fürs Duisburger Kulturleben gehäuft haben, reißt die Negativ-Serie nicht ab. Der jüngste Schlag trifft mit den Philharmonikern wieder ein Aushängeschild der Stadt. „Das ist wirklich schrecklich, diese Nachricht zum zweiten Mal ertragen zu müssen“, kommentiert Philharmoniker-Intendant Dr. Alfred Wendel die Mitteilung, dass die Brandschutz-Sanierung der Mercatorhalle bis 2014 dauert und damit auch die nächste Konzertsaison im Theater am Marientor spielen muss – zu diesem Spielort gebe es keine Alternative.

„Ein Jahr geht, das halten wir durch“, rappelt sich Wendel wieder einmal auf. Und auch Generalmusikdirektor Giordano Bellincampi („Das ist natürlich sehr, sehr traurig“) und das Orchester („Wir lassen uns nicht unterkriegen“) tragen’s mit Fassung und zeigen Kampfgeist. Was Wendel allerdings „wirklich Angst macht“ ist die Formulierung „frühestens 2014“. Denn bislang hat das Publikum den Umzug ins TaM fast klaglos mitgemacht. Zumal die Akustik "einigermaßen gut" sei und die meisten Werke auch im TaM aufgeführt werden könnten.

Alle an einem Tisch

Aber die Aussicht, noch länger Konzerte im Ausweichquartier zu besuchen, könne beim Publikum doch den Wunsch wecken, lieber gleich woanders ein Abo zu buchen. „Das würde die Arbeit von fünf, sechs Jahren zunichte machen“, erinnert Wendel daran, dass der Besucherzuspruch seit der Eröffnung der neuen Philharmonie enorm gesteigert werden konnte. „Es wäre ein unglaublicher Jammer, wenn das neue Haus so lange ungenutzt bliebe.“ Deswegen müsse „jeder in dieser Stadt großes Interesse haben, dieses Herzstück städtischen Lebens wieder in Gang zu bekommen. Ich gehe davon aus, dass mit Hochdruck gearbeitet wird.“

Zuvor aber muss geklärt werden, ob und unter welchen Bedingungen das Theater am Marientor tatsächlich für eine weitere Saison zur Verfügung steht. Um diese und andere Fragen zu klären, hat Ute Saalmann, Leiterin der Kulturbetriebe, alle Beteiligten – von der Marketing-Gesellschaft DMG über den Eigentümer DBV (Bau- und Verwaltungsgesellschaft) bis hin zu den Philharmonikern – für Januar an einen Tisch eingeladen.

Immerhin habe man jetzt mehr Vorlauf als bei der ersten Hiobsbotschaft in diesem Jahr, die Mercatorhalle müsse wegen Brandschutzmängeln geschlossen werden. Da mussten die bereits verkauften Abos aufs TaM umgeändert werde, . Die meisten Abonnenten hätten den Umzug mitgemacht, allerdings sehe es beim Verkauf von Einzelkarten nicht so gut aus, so Ute Saalmann. Wie das finanziell zu Buche schlage, könne man noch nicht sagen. Insgesamt verfügt das TaM über weniger Plätze als die Philharmonie Mercatorhalle.