Duisburger Philharmoniker auf den Spuren von Darth Vader

Von Star Wars bis Miss Marple: Die Duisburger Philharmoniker widmeten sich zum vierten Mal der Filmmusik. Vorhang auf für die Hymnen der Leinwand.

Duisburg.. Bereits zum vierten Mal widmeten sich die Duisburger Philharmoniker der „Filmmusik“. Das Konzept ist aus Gelsenkirchen von der neuen Philharmonie Westfalen importiert, und der Einfachheit halber, haben die Duisburger den Erfinder des Formates, den Gelsenkirchener GMD Rasmus Baumann, gleich mit eingeladen. Zu hören war ein abwechslungsreicher Streifzug durch alte und neue Klassiker der Filmmusik.

Ein roter Faden oder Schwerpunkt fehlt diesem Programm. Doch egal, ob Science-Fiction, Thriller, Comedy, Western oder Fantasy: Hier ist für jeden Geschmack etwas dabei. Starken Eindruck machen der „Imperial March“ aus „Star Wars“ und Alan Silvestris Musik aus „Zurück in die Zukunft“. Baumann lässt die Schlagwerker starke Akzente setzen, so dass die Musik noch effektvoller wirkt als im Film.

Starkes Arrangement und Energie

In Jerry Goldsmith Musik zu „L.A. Confidential“ überrascht die brutale Wucht, mit der Bauman die Rhythmen ausspielen lässt, und der Tango der „Addams Family“ besticht durch seine groteske Gangart. Andere Kompositionen aus „Jurassic Park“ oder „Independence Day“ wirken weniger durch die kompositorische Qualität als durch eine starkes Arrangement und die Energie, mit der sich die Duisburger Philharmoniker in diese Musik stürzen.

Das Orchester spielt unter Rasmus Bauman mit der gleichen Konzentration und Ernsthaftigkeit, die der geneigte Zuhörer sonst aus den Philharmonischen Konzerten kennt. Erst wenn ein Werk verklungen ist, sieht man den einzelnen Musikern den Spaß an der Filmmusik an und kann auch gut erkennen, welcher Cellist, Hornist oder Schlagwerker, welches Stück besonders gern mag.

Virtuoser Auftritt der Bouzouki-Spieler

Besondere Höhepunkte sind noch das „Miss Marple“-Thema von Ron Goodwin, das wie ein jazziges Cembalo-Konzert wirkt, sowie die Musik zu „Alexis Sorbas“ von Mikis Theodorakis. Für tänzerischen Schwung sorgen zwei Bouzouki-Spieler mit einem virtuosen Auftritt. Moderiert wird der Abend von Konzertpädagogin Stephanie Riemenschneider, die im Turbo-Tempo durch die Soundtracks führt und dabei viele originelle Gedankensprünge entwickelt. Besonders spannend ist ihre Einführung in Klaus Doldingers Tricks bei der Komposition zu „Das Boot“.

Wie bei den vergangenen Konzerten ist auch diesmal wieder Mark Weigel als Schauspieler dabei. Weigel schlüpft in Rollen wie Miss Marple, Don Corleone, Rocky oder Forrest Gump und beweist so große Wandlungsfähigkeit. Er versucht, die berühmten Darsteller der Figuren nicht zu kopieren, findet aber für jede der Rollen den treffenden Tonfall und die richtige Körpersprache.

Das Publikum ist auch diesmal begeistert und erklatscht sich mit „Mission Impossible“ und „Forrest Gump“ noch zwei starke Zugaben.

 
 

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