Duisburger Netzwerker engagieren sich im Namen Gottes

Mit guter Laune das Ehrenamt stärken: Pfarrer Bernhard Lücking, Klaus Peter Bongardt (l.), Monika Schmitz und Elmar Ibels im Gespräch.
Mit guter Laune das Ehrenamt stärken: Pfarrer Bernhard Lücking, Klaus Peter Bongardt (l.), Monika Schmitz und Elmar Ibels im Gespräch.
Foto: Ute Gabriel/Funke Foto Services
Das Bistum Essen stärkt die Freiwilligenarbeit und führt Ehrenamtskoordinatoren ein. Vier davon gibt es in der Duisburger Pfarrei Liebfrauen.

Duisburg.. Gerade einmal fünf Jahre ist es her, erzählt Pfarrer Bernhard Lücking, da habe er mit einem Vorschlag für ungläubiges Staunen gesorgt. „Als ich damals angeregt habe, dass Ehrenamtliche mehr Verantwortung bekommen und zum Beispiel Beerdigungen übernehmen sollten, bin ich noch ausgelacht worden.“ Heute tut dies niemand mehr.

Ganz im Gegenteil: Das Bistum Essen stärkt angesichts rückläufiger Zahlen bei den hauptamtlichen Theologen und vor allem auf Druck der Basis die Freiwilligenarbeit und hat unter anderem auch den Pfarrer gefragt, ob er mit seiner Pfarrei Liebfrauen an einem Pilotprojekt teilnehmen möchte, um vor Ort Ehrenamtskoordinatoren zu installieren.

Möglichst viele Freiwillige gewinnen

Lücking hat zugesagt. Und so gehören nun Monika Schmitz, Martin Zensen und Elmar Ibels zu den Ersten im Bistum, die sich für diese Aufgabe intensiv weitergebildet haben. Weitere sollen folgen. Das Trio arbeitet seit Kurzem zusammen mit dem einzigen Hauptamtlichen im Team, mit Klaus Peter Bongardt, der bereits Erfahrung als Ehrenamtskoordinator bei der Caritas hat. Bongardt, Schmitz, sonst im Sekretariat der Pfarreiverwaltung Liebfrauen tätig, Zensen, Leiter des Katholischen Bildungswerks Duisburg, und Hausmann Ibels haben ein Ziel: möglichst viele Menschen für die Freiwilligenarbeit zu gewinnen, die sich auch für verantwortliche Aufgaben qualifizieren lassen wollen.

Bongardt: „Uns ist klar, dass die Zeiten eines lebenslanges Engagements, das es früher noch häufiger gegeben hat, so gut wie vorbei sind.“ Deshalb setzt das Quartett auf Projektarbeit und auch auf Menschen, die vielleicht nicht jeden Sonntag in den Gottesdienst gehen, aber trotzdem Spaß haben, ihre Talente einzubringen.

Einige Schwerpunktthemen setzen

Große Vorgaben wollen die Vier gar nicht machen, wohl aber Schwerpunktthemen setzen. Etwa in die Trauerarbeit sollen Ehrenamtliche stärker eingebunden werden. Dabei geht es nach vorheriger Qualifizierung zum Beispiel nicht nur darum, Beerdigungen zu übernehmen, sondern auch einige Wochen nach dem Begräbnis für die Trauernden da zu sein.

Lücking findet es etwas schade, dass das Bistum die Initiative zur Freiwilligenarbeit erst jetzt und vor allem aus der Not heraus geboren gestartet hat. „Wir werden aber ansonsten als Pfarrei keine Zukunft haben, wenn Ehrenamtliche nicht verantwortungsvolle Positionen übernehmen.“ Eines sagt er allerdings auch: „Genau so stelle ich mir Kirche vor.“

150.000 Euro pro Jahr vom Bistum für Weiterbildung

Das Bistum stellt allen Pfarreien zunächst begrenzt auf 2015 und 2016 jährlich 150.000 Euro zur Verfügung, damit Ehrenamtliche in den verschiedensten Bereichen qualifiziert werden können. Pfarreien wie Liebfrauen in Duisburg, die bereits Ehrenamtskoordinatoren installiert haben, bekommen ein größeres Stück vom Kuchen ab. Für sie verdoppelt sich der Anteil. Ehrenamtliche finden im Internet auf ehrenamt.bistum-essen.de, alles, was sie für ihr Engagement benötigen. Von Informationen über den Versicherungsschutz bis zu Arbeitshilfen zur Leitung von Sitzungen.

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