Duisburger Malteser-Patientin erstmals mit Roboter operiert

Vor Beginn des HNO-Eingriffs mit dem DaVinci OP-Roboter wird der Arm des Geräts mit den Instumenten in den
Vor Beginn des HNO-Eingriffs mit dem DaVinci OP-Roboter wird der Arm des Geräts mit den Instumenten in den
Foto: WAZ FotoPool
Premiere für die HNO-Chirurgen des Malteser-Krankenhauses St. Anna. Erstmals haben die nun eine Tumor-Patientin mit dem neuen DaVinci-Roboter operiert.

Duisburg.. Einem Gerät für Computerspiele ähnelt die Konsole, mit denen Dr. Sandra Hasenberg die Arme des DaVinci-Roboters steuert. Am Ende seiner Arme sind die wenige Zentimeter großen Instrumente angebracht, die über den Mund des Patientin eingeführt werden. Mit einer dreidimensionalen, vergrößerten Darstellung des Operationsfeldes auf dem Bildschirm der Konsole kann sich die HNO-Chirurgin präzise vorarbeiten, und den Tumor im Rachen der Frau entfernen. Es ist die erste Operation eines Patienten des Malteser Krankenhauses St. Anna mit dem DaVinci-Roboter im Uerdinger St. Josef-Hospital.

Tumor-OP ohne Kieferspaltung

„Für das Malteser Robotik-Zentrum bedeutet die Tumor-OP der HNO-Klinik den nächsten Meilenstein“, sagt Malteser-Sprecher Patrick Pöhler. Für die Urologie wurde das rund 1,5 Millionen Euro teure Gerät eines US-Herstellers vor einigen Monaten in Uerdingen in Betrieb genommen. Für die Ausweitung auf die HNO-Chirurgie müssen die Patienten derzeit noch über den Rhein fahren. „Die Anschaffung eines zweiten Gerätes für Huckingen ist allerdings geplant“, sagt Pöhler.

Sandra Hasenberg ist eine der ersten HNO-Chirurginnen, die einen solchen Eingriff durchgeführt hat. Bislang verfügen nur wenige Häuser über einen solchen Computer. „Die nächsten stehen in Gronau und Köln“, erklärt Patrick Pöhler. Der Vorteil bei Rachen-Tumoren: Weil die Instrumente über zwei bis drei kleine Einstiche zum Operationsfeld gelangen, wird gesundes Gewebe geschont, dem Patienten bleibt eine Kieferspaltung erspart. Der Heilungsprozess nach dem Eingriff wird so erheblich verkürzt.

Der Roboter wird nicht müde

Auch für den Operateur, der neben dem Patienten sitzt, bietet das System viele Vorteile. Er ermüdet bei langen Eingriffen weniger, sieht das OP-Feld dank einer bis zu zwölffachen Vergrößerung stets deutlich und kann die Instrumente durch kleinste Hand- und Fingerbewegungen sehr präzise steuern. „Damit haben wir zu jedem Zeitpunkt die Kontrolle über das Geschehen.“

Vor der Premiere absolvieren die Ärzte Seminare, bei denen sie lernen, die neue Technik zu beherrschen. Dr. Sandra Hasenberg profitierte von der Erfahrung ihrer Kollegen aus der Urologie. „Die interdisziplinäre Zusammenarbeit hat hervorragend funktioniert“, lobt der Geschäftsführer der Maltester Rhein-Ruhr GmbH, Arne Greiner.

DaVinci-System: Entwickelt in den USA, seit dem Jahr 2000 im Einsatz

Das DaVinci-System wurde in den USA entwickelt. Es wird seit dem Jahr 2000 eingesetzt und hat konventionelle OP-Technik in vielen Bereichen bereits komplett abgelöst.

In der Region ist das Gerät der Malteser das einzige, bundesweit sind etwa 70 Systeme an Kliniken im Einsatz.

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