Duisburger Kulturpolitiker wollen Traumzeit-Festival erhalten

Ungewohnte Klänge präsentierte das Traumzeitfestival 2011 mit der  Esperanza Spelding Chamber Music Society in der Kraftzenrtale Foto: Tanja Pickartz
Ungewohnte Klänge präsentierte das Traumzeitfestival 2011 mit der Esperanza Spelding Chamber Music Society in der Kraftzenrtale Foto: Tanja Pickartz
Foto: WAZ FotoPool
Duisburg soll sein Traumzeit-Festival behalten - auch, wenn der Umfang in diesem Jahr reduziert werden muss. So will des der Kulturausschuss. Die Mitglieder forderten die Verwaltung außerdem auf, ein neues Konzept zu schreiben, um das Spektakel im Landschaftspark Nord für die Zukunft zu sichern.

Duisburg. Der Kulturausschuss hat sich gestern einstimmig für den Erhalt der „Traumzeit“ ausgesprochen – auch wenn das Festival im Landschaftspark Nord in diesem Jahr nur mit einem geringeren Budget und an weniger Tagen laufen kann. „Gleichzeitig wird die Verwaltung aufgefordert, eine Neukonzeption des Traumzeit-Festivals zu erstellen, in der deutlich wird, unter welchen Bedingungen der Erhalt des Festivals zukünftig gesichert werden kann“, heißt es in dem gemeinsamen Antrag von SPD, Grünen und Linken.

„Die Zeit läuft uns natürlich weg“, sagte Kulturdezernent Karl Janssen. Innerhalb der nächsten 14 Tage müsse eine Entscheidung her. Er hofft, dass das Land mit 100.000 Euro einspringt. Die restliche Finanzlücke, die sich nach dem Rückzug des Hauptsponsors RWE aufgetan hat, könne wohl mit Sponsorenmitteln gefüllt werden.

Hohe Belastungen für Mitarbeiter

Frank Jebavy, Leiter des Festivalbüros, hält es für möglich, noch ein ein- bis zweitägiges Festival auf die Beine zu stellen, „für das wir uns nicht schämen müssen“. Er machte aber auch deutlich, wie schwierig es wird, in den drei Monaten, die nach dem Ende der Akzente und der Tanztage noch bleiben, das zu bewältigen – ohne den künstlerischen Leiter Tim Isfort, dessen Vertrag bereits zum Ende des Jahres 2011 gelöst worden ist. Jebavy sprach von einer „dramatischen Situation“ und „unglaublichen Belastungen für die Mitarbeiter“ des Festivalbüros.

Oliver Hallscheidt (SPD) hatte darum geworben, mit der Zustimmung zum Antrag „ein kräftiges Signal zu geben“, das vom Land und von möglichen Sponsoren gesehen wird. „Die CDU-Fraktion steht zum Traumzeit-Festival, wir stimmen zu als Willenserklärung“, so Sprecher Frank Heidenreich.

Finanzierung mit Kleinspendern

Beatrix Brinskelle regte an, auch an Kleinspender zu denken, die das Festival über „Bausteine“ finanzieren könnten. „Das finde ich toll“, sagte Janssen. „Frau Brinskelle, gründen Sie einen Verein und sammeln. Ich helfe Ihnen dabei.“

Zu einer „Erfolgsstory“ habe sich das Modell der Verlustausgleichszahlung für das Filmforum entwickelt, berichtete Kai Gottlob. Das bedeutet, dass die Stadt für Kosten bis zu einer bestimmten Grenze eintrete. 380.000 Euro habe das Filmforum 2003 die Stadt gekostet, 2011 werde es nur etwa die Hälfte des Betrags in Anspruch nehmen. „Wir werden einen größeren Betrag zurück überweisen“, sagte Gottlob.