Duisburger Kliniken bei MRSA-Fällen weit über Landesschnitt

Oliver Schmeer
In der Pflicht sieht die Stadt vor allem die Krankenhäuser mit ihrem Hygienemanagement.
In der Pflicht sieht die Stadt vor allem die Krankenhäuser mit ihrem Hygienemanagement.
Foto: Michael Kleinrensing
Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Fälle, bei denen Patienten sich mit multiresistenten Klinikkeimen infiziert haben, gesunken. Dennoch liegt die Zahl der MRSA-Fälle in den Duisburger Krankenhäusern noch doppelt so hoch wie der NRW-Schnitt.

Duisburg. Die Fälle von MRSA-Erkrankungen in den Duisburger Krankenhäusern sind in diesem Jahr zurückgegangen. Bis Ende August zählte das Gesundheitsamt 39 gemeldete Fälle von erkrankten Patienten, die sich in den Kliniken mit dem gefährlichen Erreger infiziert haben.

Damit sind die Infektionszahlen gegenüber 2013 zurückgegangen. Im vergangenen Jahr meldete das Gesundheitsamt noch 73 MRSA-Patienten. Ob die Angaben vollständig waren, kann die Stadt nicht mit Gewissheit sagen, teilt sie in einer Antwort auf eine Anfrage der Linksfraktion mit. Mit rechnerisch 14,96 Fällen auf 100.000 Einwohner lagen die Duisburger Zahlen doppelt so hoch wie der Landesdurchschnitt (7,59).

Duisburg hat doppelt so viele Fälle wie im Landesschnitt

Der diesjährige Rückgang ist zugleich ein landesweiter Trend und liegt bei rund 24 Prozent – die MRSA-Infektionsbelastung in Duisburg liegt also weiterhin deutlich über dem Landesdurchschnitt. „Ein eindeutiger Trend zu einer grundsätzlichen Verbesserung“ sei daher nicht abzuleiten, so das Gesundheitsamt. Bundesweit sterben im Jahr rund 20.000 Menschen an den Folgen einer MRSA-Infektion – auf Deutschlands Straßen sind es 3400 Verkehrstote.

In der Pflicht sieht die Stadt vor allem die Krankenhäuser mit ihrem Hygienemanagement. In 2014 führte das Gesundheitsamt bislang elf routinemäßige und sieben anlassbezogene Besichtigungen und Prüfungen in den Krankenhäusern durch. „Gravierende Mängel“ seien nicht festgestellt worden. Seit Sommer diesen Jahres gibt es ein MRSA-Netzwerk aus Kliniken, Behörden, Ärzten und Selbsthilfegruppen.