Duisburger Jugenddezernent plant bessere Migranten-Integration

Das Beratungszentrum Pro Hochfeld der Awo ist auch Anlaufstelle für die Migranten aus Rumänien und Bulgarien. Foto: Lars Fröhlich
Das Beratungszentrum Pro Hochfeld der Awo ist auch Anlaufstelle für die Migranten aus Rumänien und Bulgarien. Foto: Lars Fröhlich
Foto: WAZ FotoPool
Spätestens nach den Sommerferien will Jugenddezernent Karl Janssen seinen Aktionsplan zur besseren Integration von 4000 Migranten der Stadt vorlegen. Damit sollen die miserablen Bedingungen, unter denen die Migranten leben müssen, verbessert werden.

Duisburg. Spät kommt er, doch jetzt soll er kommen, endlich: Der Aktionsplan, wie die Stadt künftig mit den gut 4000 Migranten aus Rumänien und Bulgarien umgehen will, von denen viele bereits seit gut drei Jahren vor allem in den Stadtteilen Hochfeld und Marxloh unter miserablen Bedingungen leben.

Spätestens nach den Sommerferien, so kündigte der für dieses Konzept verantwortliche Jugenddezernent Karl Janssen an, werde er der Politik seinen Plan vorlegen, die dann über ein Bündel von Handlungsanweisungen zu befinden hätte.

Bewußtsein in der Bevölkerung schaffen

Im Unterschied zu Polizei und Ordnungsbehörden, Schulen und Krankenhäusern und natürlich Führungskräften innerhalb der Stadtverwaltung ist bei der Bevölkerung das Thema der massenhaften Zuwanderung von Menschen aus Südosteuropa nach Duisburg noch gar nicht voll ins das Bewusstsein gerückt.

So leben nach Beobachtung von Fachleuten des Jugendamtes mittlerweile etwa rund 3000 Rumänen oder Bulgaren alleine im Stadtteil Hochfeld und würden dort durch die Größe ihrer Anzahl das Bild dieses Stadtteils verändern. Nach Worten von Dezernent Janssen würden gerade Angehörige dieser Gruppen den Ordnungsbehörden durch massive Kinderprostitution oder durch weit verbreitete Schwarzarbeit auffallen.

"Ich will helfen, ich will integrieren"

Es gebe jetzt eine Menge an Themen, wie Wohnen, Arbeit, Schule, Krankheit, Ordnungsrecht, die die Stadt unter anderem auch zusammen mit den Wohlfahrtsverbänden abarbeiten müsse.

„Für mich“, so Janssen, „kommt dabei überhaupt nicht in Frage, diese Menschen irgendwie in Nachbarorte zu verscheuchen. Ich will helfen, ich will integrieren.“ Bei den nach Duisburg gekommenen Menschen handele es sich nicht um „Touristen“, die wieder abreisten, sondern um Menschen, die dauerhaft ihren Wohnort verändert hätten. Das müsse man als Stadt eben zur Kenntnis nehmen und darauf reagieren. Den Zuwandererkindern müsse man die gleichen Lebensbedingungen anbieten, wie den eigenen. Janssen: „Die Krux ist natürlich, je besser wir unsere Arbeit in Duisburg machen, desto mehr kommen nach und sie vergrößern somit das soziale Probleme und unsere nicht gerade geringen finanziellen Probleme.“ Deshalb müsse der OB schleunigst über den Städtetag finanzielle Hilfe für die Stadt Duisburg akquirieren. „Wir können das nicht alleine lösen“, sagt Janssen.

Kurzfristig werde er aber den Zuwanderer-Kindern schon mal kostenlos das Schokoticket genehmigen, damit sie wenigstens mit Bus und Bahn zur Schule kommen können. Wer was dagegen habe, der könne ihn ja verklagen. Nach Vorlage seines Planes im Sommer rechnet der Verwaltungsmann mit zornigen Debatten der Politiker quer durch die Farbenlehre der Parteien und der Bevölkerung, die so viel städtische Fürsorge für diese Zuwanderer nicht akzeptieren möchten.

 
 

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