Duisburger HKM-Kokerei besteht Hitzejob

Samstagnacht um drei Uhr wurden bei den Hüttenwerken Krupp-Mannesmann die ersten Tonnen Koks aus einem der neuen Öfen in den Löschwagen gedrückt.
Samstagnacht um drei Uhr wurden bei den Hüttenwerken Krupp-Mannesmann die ersten Tonnen Koks aus einem der neuen Öfen in den Löschwagen gedrückt.
Foto: Tanja Pickartz/HKMHKMmstag

Duisburg.. Nach drei Jahren Bauzeit ist in der Nacht zum Samstag die neue Kokerei der Hüttenwerke Krupp-Mannesmann (HKM) in Betrieb gegangen. Die Gesellschafter haben 420 Mio € in die Verdoppelung der Kapazität der Kokerei investiert – sie wird nun pro Jahr 2,3 Mio Tonnen Koks pro Jahr produzieren.

„Es ist ein spannender Moment“, sagte Titus Schaar, Leiter Produktion, als um 3 Uhr der riesige Schieber die ersten 42 Tonnen Koks aus einem von 70 neuen Öfen in den Löschwagen drückte. Damit endete eine dreimonatige Testphase nach Abschluss der Bauarbeiten, in der die Anlage behutsam auf die Betriebstemperatur von 1250 Grad aufgeheizt wurde. Das ist notwendig, damit die Öfen, ausgemauert mit 35000 Tonnen feuerfesten Silica-Steinen, keinen Schaden nehmen.

Kokerei-Betrieb war besondere Herausforderung

Geplant und installiert wurde die neue Kokerei vom Dortmunder Anlagenbauer Uhde, einer Thyssen-Tochter. „Der Neubau unmittelbar neben dem laufenden Kokerei-Betrieb war eine besondere Herausforderung“, erklärt Titus Schaar. Erschütterungen mussten tunlichst vermieden werden, damit die alte Anlage nicht beschädigt wird. Die 20 Meter tiefen Löcher für die Pfähle, auf denen die gewaltigen Fundamente ruhen, mussten gebohrt werden, weil Rammungen nicht möglich waren. Bis zu 14 Meter tiefen waren die Baugruben, zeitweise arbeiteten bis zu 600 Menschen gleichzeitig am Bau der Anlage, die nun drei Monate nach dem geplanten Start in Betrieb ging.

Erhebliche Anstengungen mussten für die Minimierung der Emissionen der neuen wie der alten Anlage aufgewendet werden. Eine der Voraussetzungen für die Genehmigung war, dass beide Batterien gemeinsam die Werte der alten Anlage nicht übersteigen dürfen. Um fast 30 Meter überragt deshalb der neue, 72 Meter hohe Löschturm den bisherigen. Die Höhe ist notwendig, um die bei HKM entwickelte Filtertechnik unterzubringen. Allein für die Reinigung und Abscheidung der Staubpartikel, die beim Löschvorgang aufgewirbelt werden, sind 3,2 Mw elektrische Leistung installiert. „Dieser Aufwand ist sicher weltweit einmalig“, sagt Titus Schaar.

Sieben verschiedene Kohlesorten aus Übersee

Das Hüttenwerk, das bisher zur Deckung seines Bedarfs etwa von Prosper aus Bottrop beliefert wurde, wird künftig selbst zum Koks-Lieferanten. Der jährliche Überschuss, rund 500.000 Tonnen, wird zu drei Vierteln an Thyssen-Krupp, zu einem Viertel an den Gesellschafter Salzgitter abgegeben. Heimische Kohle wird für die Koksproduktion nicht mehr eingesetzt. Sieben verschiedene Kohlesorten werden aus Übersee bezogen und über den Rhein an den werkseigenen Hafen angeliefert.

 
 

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