Duisburger Gymnasien feiern Abibälle oft in Nachbarstädten

Verena Barton-Andrews
Die Abibälle der Duisburger Gymnasien werden schon seit Jahren oftmals in den Nachbarstädten gefeiert.
Die Abibälle der Duisburger Gymnasien werden schon seit Jahren oftmals in den Nachbarstädten gefeiert.
Foto: WAZ
Obwohl viele Abiturienten aus Duisburg ihren Abiball lieber in der Heimatstadt feiern würden, weichen sie für die Feierlichkeiten oft in die Nachbarstädte aus. Der Grund: Duisburgs Hallen sind entweder zu klein oder zu teuer.

Duisburg. Erst jahrelang büffeln, dann das Abitur gemeinsam feiern - aber nicht in Duisburg. Viele der großen Gymnasien verlegten schon vor Jahren ihre glamourösen Abiturbälle in die Nachbarstädte.

Duisburgs Hallen sind entweder zu klein oder zu teuer. Gefeiert wird daher in Düsseldorf, Wesel oder Oberhausen. „Wir wären viel lieber in Duisburg“, meint Schulleiter Klaus Dieter Stalleicken vom Max-Planck-Gymnasium in Meiderich. Seine 111 Abiturienten haben für ihre Feierlichkeiten in diesem Jahr die Luise-Albertz-Halle in Oberhausen gemietet. „Für die Mercatorhalle wird uns kein Hauspreis gemacht. Das ist sehr schade“, bedauert er. Die Luise-Albertz-Halle kostet ab 500 zahlenden Gästen weniger als zehn Euro pro Kopf. Die Mercatorhalle kann man nur für einen Festpreis buchen, der für Abiturienten nicht erschwinglich ist.

Abtei-Gymnasium feiert seit Jahren außerhalb Duisburgs

Oberstufenkoordinatorin Beate Debosse-Stenger vom Steinbart-Gymnasium findet das schade: „Es gibt hier keine attraktiven Angebote für Schulen. Alle großen Gymnasien lassen ihr Geld in anderen Städten.“ Neben der Mercatorhalle kommen nicht viele Veranstaltungsorte für Abiturbälle mit rund 600 Gästen in Frage. Die Feier der Steinbärter fand daher dieses Jahr in der Walter-Rettinghausen-Halle in Düsseldorf statt.

Seit Jahren feiert auch das Abtei-Gymnasium außerhalb der Duisburger Stadtgrenzen. „Wir sind mit der Niederrheinhalle in Wesel sehr zufrieden“, erklärt Abiturientin Kristina Lopata, „hier zahlen wir keine Miete, sondern nur einen Festpreis pro Person“. Eine Party mit offenem Ende und großem Büfett bekommen die Absolventen dort für 25,95 Euro pro Kopf geboten. In diesem Jahr feierte man gemeinsam bis 3.30 Uhr. Nur die weite Heimreise sei ein Problem. „Die meisten müssen mit dem Taxi fahren oder werden abgeholt“, sagt die 19-jährige.

Sonder-Angebote für Schulen nicht vorgesehen

Weit fahren müssen auch die Absolventen des Albert-Einstein- und des Landfermann-Gymnasiums. Deren Abschluss-Partys fanden in Krefeld und Oberhausen statt. Glück haben die Schüler des Mannesmann-Gymnasiums. Deren Aula ist groß genug, um Hunderte von Ballkleidern und Anzügen unterzubringen. Kleinere Absolventengruppen sind in der Rheinhausen-Halle, der Stadthalle Walsum und der Glückaufhalle Homberg untergekommen.

Auch in der Mercatorhalle gab es Abi-Bälle. „Ich würde mich freuen, wenn bei uns Zukunft mehr Abi-Bälle stattfinden würden. Wie haben auch Anfragen”, erklärt Christiane Küsel von der Mercatorhalle, „aber wir haben von der Stadt vorgegebene Kostenstrukturen, die können und dürfen wir nicht verändern”. Sonder-Angebote für Schulen seien darin nicht vorgesehen. Rund 3000 Euro kostet der große Saal mit Bestuhlung und Foyer-Nutzung. Alles weitere ist eine Frage der Wünsche – und des Budgets der Abiturienten.