Duisburger gründen Online-Marktplatz für Start-up-Produkte

Die Kaufsafari-Gründer David Herzmann, Daniel Kolb, Malte Dietrich und Alexander Vogel (v.l.) wollen Start-ups den Weg auf den Markt erleichtern.
Die Kaufsafari-Gründer David Herzmann, Daniel Kolb, Malte Dietrich und Alexander Vogel (v.l.) wollen Start-ups den Weg auf den Markt erleichtern.
Foto: Stephan Eickershoff
Vier Absolventen der Duisburger Uni haben ein Unternehmen gegründet. „Kaufsafari“ soll anderen Gründern helfen, ihre Produkte besser zu verkaufen.

Duisburg..  Man nehme eine Produktidee, eine richtig gute, kratze genug Geld zusammen und lasse produzieren. Bis dahin ist es leicht – die Schwierigkeiten beginnen erst danach, wenn man feststellt, dass ein neues Produkt sich nicht von selbst verkauft. Und dass die Welt der Großhändler und Kommissionsverträge für Jungunternehmer mitunter eine recht unwirtliche ist.

Als Web-Entwickler hörte der Duisburger Daniel Kolb bei seinen Kunden regelmäßig von diesem Dilemma. Es müsste doch möglich sein, überlegte er, einer Produktidee den Weg ins Ladenregal, ob nun ins analoge oder digitale, zu erleichtern. Und gleichzeitig auch dem kleinen Einzelhändler zu ermöglichen, ein originelles neues Teil zu verkaufen, um sich damit von der Handelsketten-Konkurrenz abzuheben.

Der Lösungsvorschlag, den Daniel Kolb und seine Mitstreiter Malte Dietrich, Alexander Vogel und David Herzmann ausgetüftelt haben, firmiert unter dem Namen „Kaufsafari“: ein Mittler zwischen Start-up und Einzelhändler. Ihren „Online-Marktplatz für Start-up-Produkte“ wollen die Unternehmer im Frühling 2017 offiziell eröffnen, die Pilotphase läuft bereits.

Webshops haben mangelnde Reichweite

„Der klassische Weg für ein Start-up, um Kunden zu erreichen, ist der eigene Webshop“, erklärt Malte Dietrich. Das Problem dabei: die mangelnde Reichweite. Gerade ältere Kunden kauften am liebsten im Laden ihres Vertrauens. Die Jüngeren hingegen bevorzugten Onlineshops mit großen Namen, die sie kennen, die sich bewährt haben. Nun ist ein produzierendes Start-up kaum in der Lage, auch noch komplexe Marketingstrategien zu entwickeln, von deren Finanzierung mal ganz abgesehen. Großhandeltaugliche Mengen können die meisten ebenfalls nicht liefern. Kaufsafari beruht deshalb auf dem Prinzip einer Einkäufergemeinschaft: Die gelisteten Produkte können von registrierten Händlern bestellt werden – für einen Zeitraum von jeweils 30 Tagen. Dieses gebündelte Bestellaufkommen erleichtert den Start-ups die langfristige Planung.

Auf Händlerseite wiederum entsteht eine größere Kaufkraft, die auch die Abnahme geringer Stückzahlen ermöglicht. „Ein internationales Start-up möchte vielleicht nicht unbedingt 20 Stück an einen Händler in Gelsenkirchen liefern“, sagt Daniel Kolb – viel zu aufwändig sind Abwicklung und Versand. Doch wenn das Unternehmen nun eine Sammel-Bestellung mehrerer Händler aus Deutschland erhalte, könne sich das Ganze plötzlich lohnen. Ganz hypothetisch ist die Sache mit den internationalen Unternehmen nicht: Kontakte zu Start-ups in Israel, Norwegen und Finnland bestehen bereits.

Derzeit sieht es so aus, als könnte die Plattform im kommenden Jahr direkt mit zehn Produkten an den Start gehen. Diese haben dann bereits die Qualitätskontrolle der vier Gründer bestanden – will heißen: Sie sind hochwertig, lassen sich vermarkten und verkaufen. Der Fokus liege dabei auf „technischen Innovationen, die sich gut in einem normalen Ladenlokal verkaufen lassen“, so Malte Dietrich.

Nach dem Verkauf übernimmt Kaufsafari die komplette Abwicklung: „Das Start-up schickt die Waren an uns, wir prüfen sie und leiten sie an die Käufer weiter“. Bezahlt wird ebenfalls erst nach der Warenkontrolle. Für die Einzelhändler bestehe so niemals ein finanzielles Risiko. Denn auch um passendes Werbematerial kümmere sich Kaufsafari, so Alexander Vogel, damit sich die Gründer allein auf ihr Produkt konzentrieren könnten. „Wir sind eben ein Start-up für Start-ups.“

Die Pilotphase läuft

Die Pilotphase läuft bereits, doch das Kaufsafari-Team ist weiterhin auf der Suche nach Händlern oder Start-ups.

Unter www.kaufsafari.com finden Interessierte weitere Informationen zum Verfahrensablauf. Dort können sich auch Start-ups mit ihrem Produkt bewerben.

 
 

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