Duisburger Gamer machen nur für WM-Spiele eine Pause

Stundenlang spielen die Teilnehmer der Lan-Party im dunklen Kellerraum – Schlaf ist Mangelware und wird später nachgeholt.
Stundenlang spielen die Teilnehmer der Lan-Party im dunklen Kellerraum – Schlaf ist Mangelware und wird später nachgeholt.
Foto: Fabian Strauch
In Duisburg fand die 50. Lan-Party statt. 75 Gamer kamen der Einladung des Duisbuger „Kellarindaclan“ nach. Doch es geht um mehr als nur Computer zu spielen. Es werden auch Freundschaften gepflegt. Für die WM-Spiele der deutschen Nationalmannschaft machen die Zocker dann aber doch eine Pause.

Duisburg. Ein dunkler Kellerraum. Das schummrige Licht, das den Raum in bläulichem Dunkel erscheinen lässt, kommt einzig von Bildschirmen. Davor sitzen überwiegend junge Leute, die Kopfhörer auf den Ohren haben. Der Fast-Food-Konsum ist hoch, Pizzakartons und McDonalds-Tüten stehen zwischen leeren Red-Bull-Dosen und Cola-Flaschen. Die 50. Lan-Party des Gamer-Clans „Kellarindaclan“ ist im vollen Gange. In einem Jugendzentrum in Hochfeld wurden am Wochenende die Nächte durchgezockt. Doch für die Veranstalter geht es bei ihren Lan-Partys um mehr als nur Computer spielen. Freundschaften werden gepflegt.

75 Gamer aus ganz NRW folgten der Einladung des Duisburger Clans nach und trafen sich von Freitag 19 Uhr bis Sonntag um 13 Uhr, um Spiele wie den Ego-Shooter „Counter Strike“ oder Rennspiele wie „Blur“ und „Flatout“ zu spielen. Schlaf ist an so einem Wochenende Mangelware und die Getränkewahl daher stark koffeinlastig. Nachts wird gezockt. Die Hauptturniere in den verschiedenen Spielen finden um 20 Uhr abends und um 3 Uhr mitten in der Nacht statt. Die Organisatoren haben im Jugendzentrum Schlafräume eingerichtet. Bis auf ein paar Stunden sind die aber meist leer.

"Wir veranstalten die größten Lan-Partys in NRW"

Seit 2001 veranstaltet der „Kellarindaclan“ nun schon solche Treffen, und sie sind stolz auf die Größenordnung, die ihre Lan-Partys bis heute angenommen haben. „Wir veranstalten die größten regelmäßig stattfindenden Lan-Partys in NRW“, erklärt Mitorganisator Nikolai Schröder. „Noch größere Veranstaltung sind nicht wie bei uns mehrmals im Jahr, sondern maximal einmal.“ Der 28-jährige studiert an der Fachhochschule für Ökonomie und Management BWL und frönt an Wochenenden wie diesem seinem Hobby vorm PC.

Was ihre Lan-Partys so besonders macht? „Vor allem das Gemeinschaftsgefühl ist ein anderes“, sagt Schröder. „Ich war schon auf anderen Events und dort fühlt man sich mehr als Einzelkämpfer, ist für sich allein.“ In Hochfeld ist das anders. Hier kennen sich viele der Spieler aus den vergangenen Jahren. „Die Leute kommen gern wieder und pflegen hier ihre Freundschaften“, erklärt er. Die Teilnehmer zahlen 15 Euro an die Veranstalter. Dafür kümmern sich die 20 Clanmitglieder dann auch das komplette Wochenende um alles, damit sich die Anderen aufs Spielen konzentrieren können – egal ob es die Fahrt zum Hamburger-Giganten oder in die nächste Pizzeria ist.

Sachpreise im Wert von 2200 Euro hatten Schröder und seine Freunde im Vorfeld organisiert, um ihrer Jubiläumsveranstaltung zusätzlichen Reiz zu verschaffen. Und natürlich eine Leinwand fürs „Rudelgucken“ des Deutschlandspiels im Garten des Jugendzentrums aufgebaut. Am Samstag um 21 Uhr saß auch bei den Gamern niemand mehr an seinem PC.

 
 

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