Duisburg

Duisburger fragen sich: Was ist das für ein Kringel am Himmel? Experte erklärt seltenes Wetterphänomen

Die ringförmige Wolke über Duisburg führte zu wilden Spekulationen.
Die ringförmige Wolke über Duisburg führte zu wilden Spekulationen.
Foto: Oliver Schupp

Duisburg. Ein weißer Kringel hat in Duisburg für Rästelraten gesorgt. Am Mittwochmorgen zog die kreisrunde weiße Wolke über verschiedene Stadtteile im Duisburger Norden und sorgte für verwunderte Gesichter.

„Obacht, das kann nur ein kosmisches Wurmloch sein“, „Hat wieder einer Shisha geraucht und Ringe gemacht?“, „Das war bestimmt ein Heiligenschein über der Stadt“ sind nur einige der Vermutungen, welche die Duisburger in sozialen Netzwerken äußern.

Duisburg: Mysteriöses Himmelsobjekt gesichtet

Am Mittwochmorgen gegen 8.30 Uhr und 9 Uhr erblicken die ersten Duisburger das mysteriöse Himmelsphänomen. Sonja Küpper entdeckt das Phänomen, als sie gerade auf der Arbeit ist. Vom siebten Stock der Agentur für Arbeit in Duisburg-Duissern hat sie beste Sicht auf die Wolke: „Ich war total überrascht, weil ich so etwas noch nie gesehen habe. Irgendwie fand ich es ein bisschen unheimlich.“

Oliver Schupp sieht den Kringel vom Autobahnkreuz Duisburg-Kaiserberg. Auch er ist verblüfft: „Ich konnte mit der Erscheinung zunächst gar nichts anfangen, später dann hab' ich an eine Verpuffung aus einem Schornstein gedacht.“

Kachelmannwetter mit Erklär-Ansatz

Ein Nutzer aus den sozialen Netzwerken schickt sein Foto auch an den Wetterdienst Kachelmannwetter. Dort setzt Fabian Ruhnau, Meteorloge aus Bochum, möglichen Vermutungen, nach denen gar eine außerirdische Lebensform daran beteiligt sein könnte, schnell ein Ende.

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„Derartige Wolkenringe werden extrem selten beobachtet und entstehen nur bei idealen Bedingungen“, schreibt Ruhnau auf Kachelmannwetter. Und das Phänomen sei ganz ähnlich wie dem bei Rauchzeichen amerikanischer Ureinwohner in Kinofilmen.

Thermikblase als Ursachen

Ruhnau erklärt, der Kringel ergebe sich durch eine „stark laminare Thermikblase“, die vermutlich nicht natürlichen Ursprungs sei. Er ist sich sicher: „Entweder war Rauch oder Dampf die Ursache“.

Bei einer Thermikblase bildet sich, vereinfacht erklärt, zuerst eine Blase mit warmer Luft am Boden. Sie heizt sich mit der Zeit auf, bis sie sich in einer pilzartigen Form vom Boden ablöst und sich nach außen wölbt. Man kann es sich vereinfacht wie einen Atompilz vorstellen.

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Nicht der erste Vorfall im Ruhrgebiet

Es ist übrigens nicht das erste Mal, das eine solche Wolke gesichtet wird. Auch über Duisburg gab es beispielsweise 2015 einen solchen Kringel. Sie werden auch Federwolke, Haufenwolke oder tiefe Schichtwolke genannt.

Schon damals äußerten die Menschen viele verschiedene Vermutungen, was es mit dem Kringel auf sich haben könnte. Meteorologen der Universitäten Köln und Bonn äußerten gegenüber dem WDR die Vermutung, dass es sich um ausströmende Luft aus einem Kühlturm handelte.

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Natürlicher Ursprung ist auszuschließen

Ein natürlicher Ursprung sei hingegen auszuschließen, da „eine normale Quellwolke nie solch ein Loch in der Mitte hat.“

Auch für die Spekulationen rund um den Duisburger Wolke-Kringel dürfte diese Erklärung gelten. Von einer außerirdischen Macht ist bisher zumindest nicht auszugehen. (dav)

 
 

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