Duisburger entwickelt Software für das perfekte Weihnachtsgeschenk

Zlatan Alihodzic
Gerrit Hübbers lässt suchen: Seine Software ermittelt aus Facebook-„Likes“ und Freundeslisten mögliche Geschenke.
Gerrit Hübbers lässt suchen: Seine Software ermittelt aus Facebook-„Likes“ und Freundeslisten mögliche Geschenke.
Foto: WAZ FotoPool
Das passende Geschenk für seine Freunde zu finden, ist oft schwierig. Der Duisburger Gerrit Hübbers hat daher eine Software entwickelt, die mit Hilfe von Facebook-Angaben nach der richtigen Überraschung sucht. Ausprobiert werden kann das ganze auf der Internetseite www.geeshenk.com.

Duisburg. Gerrit Hübbers spricht derzeit gern fremde Menschen im Internet an. Nein, präziser: Gerrit Hübbers spricht fremde Menschen an, die sich durchs Internet klicken, wenn er neben ihnen steht. „Gerade wieder in der 903“, sagt er. „Da saß jemand in der Bahn mit seinem Handy und hat rumgesurft. Ich habe ihn gefragt, ob er mal auf unsere Seite gehen kann.“ Hübbers möchte Reaktionen bekommen auf sein neues Projekt, „und ein direkteres Feedback gibt es nicht“. Der Duisburger gibt mit www.geeshenk.com Tipps, was man Freunden schenken könnte – als würde er sie selbst kennen.

Dabei kennt Gerrit Hübbers nur jemanden, der jemanden kennt. Fast jeden sogar. Nämlich Facebook. „Die Freundesbeziehungen und ,Likes’ bringen den Input, um für die Person ein passendes Geschenk zu finden“, erklärt der 30-Jährige. Gleichzeitig sei die Voraussetzung, sich über das soziale Netzwerk bei seinem geeshenk.com anzumelden, allerdings auch eine Barriere für zahlreiche Nutzer. „Viele wollen sich nicht registrieren, selbst wenn sie schon bei Facebook sind“, sagt Hübbers. Das hat er während der Testphase des Projekts im Freundeskreis, aber auch bei Gesprächen wie in der Straßenbahn erfahren. „Deshalb müssen wir den Leuten vermitteln, dass wir nicht die nächste Seite sind, die Daten sammelt“, betont er.

Zwischen Elfen und John Wayne

Ein Selbstversuch: männlich, Anfang 30, Duisburger, bei Facebook viele Likes für Musik, Fußball und Sportbekleidung gesetzt. Das Smartphone kommt auf den Tisch. Durch Eingabe meiner Facebook-Zugangsdaten auf geeshenk.com wird gestattet, dass Hübbers Seite Freunde und Vorlieben findet. Auf dem Bildschirm wird alle paar Sekunden erklärt, was da gerade so passiert. Nach einer knappen Minute ist der Prozess abgeschlossen.

Ich möchte nicht wissen, was ich Freunden schenken könnte, sondern was geeshenk.com anderen als Geschenk an mich vorschlagen würde. Erste Empfehlung mit einem Link zum Anbieter Amazon: ein Kapuzen-Sweatshirt mit Leopardenmuster. Bitte nicht. Die zweite Empfehlung: eine John-Wayne-DVD-Box. Hübbers lacht verlegen, „na ja, wohl wieder daneben“. Ganz und gar nicht. Stimmt, Western, die habe ich auch zur Genüge „geliked“. Der dritte Treffer wären Sammelkarten mit Feen-Motiven, aber sei’s drum, es kommen auch noch sinnvolle Empfehlungen. Gar nicht schlecht.

Zwischen fünf und neun Prozent des Warenwerts bei Amazon bekommt Gerrit Hübbers’ kleines Unternehmen als Provision, wenn die geeshenk.com-Nutzer tatsächlich etwas bestellen. So finanziert sich das Projekt. Daten, unterstreicht Hübbers, werden nicht weiterverkauft. „Wir verwenden die Daten nur in dem Moment, in dem ein Geschenk gesucht wird“, verspricht er. Sie werden mit einer Software interpretiert, der Artikel wird bei Amazon gesucht, das war’s, so Hübbers. „Wir speichern nichts.“ Zum Glück also auch nicht die ominöse Verbindung zum Leoparden-Pulli.