Duisburger DVG muss ihre Straßenbahnen reparieren

Die DVG muss alle ihre Straßenbahnen der Linien 901 und 903 reparieren lassen. Das kostet Millionen.
Die DVG muss alle ihre Straßenbahnen der Linien 901 und 903 reparieren lassen. Das kostet Millionen.
Foto: Fabian Strauch
Das wird eine happige Reparaturrechnung: Das Duisburger Verkehrsunternehmen DVG muss 45 Straßenbahnen reparieren. Da kostet Millionen Euro, die die Stadt jetzt mit zusätzlichen Zuschüssen zur Verfügung stellt.

Duisburg.. Nur mit einer üppigen Millionenspritze aus dem städtischen Haushalt – finanziert aus dem 25-Millionen-Topf der beschlossenen Grundsteuer-Erhöhung – starten die Duisburger Verkehrsbetriebe DVG mit der dringenden Reparatur ihrer 45 Straßenbahnen der Linien 901 und 903. Sechs Millionen Euro wird das die nächsten Jahre kosten.

Die Not der DVG ist die Not der Stadtwerke und damit der „Mutter“ Stadt. Bislang wurde das Minus des öffentlichen Nahverkehrs über die Stadt-Holding DVV mit Gewinnen des Energieversorgers Stadtwerke leidlich ausgeglichen. Doch die Stadtwerke kriseln bekanntlich im Energiemarkt, so dass jetzt zusätzliche Haushaltsmitteln bei der DVG Investitionen sichern und Löcher stopfen müssen. Während der Etatberatungen tat sich die millionenschwere Riesen-Reparaturrechnung bei der DVG auf, so dass sich SPD, Grüne und Linke entschlossen, Gelder aus dem Steuertopf bereit zu stellen. Sie sind zunächst zweckgebunden nur für die Straßenbahnen – man will den Reformdruck auf die Stadttöchter aufrechterhalten.

Achsen und Räder der Straßenbahnen in Duisburg brauchen Generalüberholung

An allen 45 Straßenbahnen des Modells „6T10NC“ nagt der Zahn der Zeit. Jedes Jahr legen sie rund 73.000 Kilometer zurück und haben 20 und mehr Jahre auf den Achsrädern. In einer Leipziger Fachwerkstatt ließ die DVG eine Bahn praktisch komplett zerlegen - ein Mega-TÜV zur Begutachtung des Reparaturbedarfs. Ergebnis: Die Fahrwerke mit Achsen und Rädern sowie der Waggon-Aufbau bedürfen der Generalüberholung. Einige 100.000 Euro wird das pro Fahrzeug kosten – sprich insgesamt einen zweistelligen Millionenbetrag.

Stadt und DVG drohen allerdings noch weit größere Finanzlasten: Die elektronische Zugsicherung muss zwingend erneuert werden, sollen die Bahnen nicht in einigen Jahren stehen bleiben. Die Düsseldorfer Rheinbahn, mit der die DVG die U 79 betreibt, will jetzt damit starten, Duisburg zögerte noch wegen der Finanzierung. Jetzt hat Rot-Rot-Grün 36 Mio Euro in die mittelfristige Etatplanung für die nächsten Jahre eingestellt. Allerdings mit einer einkalkulierten Landesförderung von 80 Prozent, die freilich in den Sternen steht.

„Reparaturbedarf“ besteht im Nahverkehr auch bei der Allianz von DVG, Mülheimer MVG und Essener EVAG in der gemeinsamen Tochter Via. Es gibt bekanntlich Streit um die Via, gar ihr Aus ist im Gespräch. „Wir wollen die Via“, betont DVG-Sprecher Hiermann. Mutmaßungen, die DVG könne aber allein nicht bestehen, bezeichnet Hiermann als „völligen Nonsens“.

 
 

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